Kleine Ausstellung zu «Der heilige Magnus und das Bergwerk» mit Bildern, Texten und Büchern | W&O

26.11.2022

Kleine Ausstellung zu «Der heilige Magnus und das Bergwerk» mit Bildern, Texten und Büchern

In einer kleinen Wechselausstellung im Eingangsbereich des Bergwerks in Sargans wird der Bezug des heiligen Magnus zu den Gonzen-Erzknappen dargestellt.

Von PD
aktualisiert am 28.02.2023
Weltweit wird die heilige Barbara (4. Dezember) über alle Konfessionen hinweg als Schutzpatronin der Bergleute und Mineure gefeiert. Immer wieder geniesst sie mediales Interesse, wenn sie bei Tunneldurchstichen als kleine Skulptur von der einen auf die andere Seite gereicht wird. Es gibt jedoch noch 23 andere Heilige, die dieses Mandat nebst anderen innehaben, sich aber eher regionaler Beliebtheit erfreuten und zugunsten der Barbara in den Hintergrund gerückt sind; wie der heilige Magnus, der auch im Sarganserland als «Bauernheiliger» für die Bekämpfung und Vertreibung des Ungeziefers galt. Den Ruf als Schutzheiliger für die Bergleute holte sich Magnus im Allgäu, wo er nach der Legende ein Erzvorkommen entdeckte, dessen Abbau förderte und der verarmten Bevölkerung zu einem gewissen Wohlstand verhalf.

Als Selbsthilfeorganisation gegründet

Die Erzknappen lebten bei ihrer beschwerlichen Arbeit hoch oben am Gonzen gefährlich, und es kam nicht selten zu tödlichen Unfällen, was die Hinterbliebenen in arge Not brachte, da es damals keine soziale Absicherung gab. So gründeten die «Erzgraber» am Gonzen um 1492 die Magnusbruderschaft als eine Art Selbsthilfeorganisation, um in solchen Fällen den Betroffenen beizustehen und Hilfe zu gewähren. Ein Schwerpunkt war auch das Totengedenken mit dem jährlichen Gedächtnisgottesdienst mit Gräberbesuch am Magnustag. Bald nach ihrer Gründung wurde die Bruderschaft auch für Nichtbergwerker geöffnet. Sie besteht als älteste Bruderschaft im Bistum und eine der ältesten schweizweit ununterbrochen seit 530 Jahren.

Ausstellung in Vitrine

Die kleine Ausstellung in der Vitrine im Eingangsbereich des Bergwerks beruht auf einem dreistufigen Konzept: der Bezug des heiligen Magnus zum Bergwerk, die Gründung der Magnusbruderschaft durch die Erzknappen und schliesslich die Anpassung ihres Wirkens an die gesellschaftlichen Veränderungen in der Jetztzeit. Dazu gibt es erläuternde Kurztexte, Bilder, Bücher und als Prunkstücke eine Kopie des Mitgliederrodels von 1496 sowie das älteste Protokoll- und Rechnungsbuch und das grosse, von Paul Gubser verfasste Magnusbuch mit der Übersetzung aller wesentlichen Dokumente in die heutige Sprache. Die Vitrine kann während den Öffnungszeiten des Bergwerkrestaurants (Montag und Dienstag geschlossen) besichtigt werden. Alles Wissenswerte über die Geschichte und die Aktivitäten der Bruderschaft findet sich auch auf der Website www.magnusbruderschaft-sargans.ch