Leserbrief: «Struktura 24» ist überfällig. Der VR kommt seiner Pflicht und Kompetenz nach | W&O

06.03.2022

Leserbrief: «Struktura 24» ist überfällig. Der VR kommt seiner Pflicht und Kompetenz nach

Im Herbst haben die Kleinpflanzer im Gemeindegut Post von der Ortsgemeinde Buchs bekommen. Mit dem Projekt «Struktura 24» sollen die rund 100 verzettelten Kleinpflanzerflächen bei den Familiengartenarealen zusammengelegt werden.

Von Leserbrief
aktualisiert am 28.02.2023
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Ziel muss sein, für die Ackerbaubetriebe grössere, maschinentaugliche Anbauflächen zu schaffen. Den Kleinpflanzern werden je 300 m2 Boden und Hilfe bei der Versetzung ihrer Hüttli angeboten. Besonders im oberen Gemeindegut wird dies von manchen als «Vogel friss oder stirb» empfunden. Sie kritisieren die Kommunikation des Entscheides, man hätte ihre Meinung hören müssen. Wie Erfahrungen der letzten 80 Jahre zeigen, sind in der Gemeindegut-Bodenfrage Diskussionen wenig zielführend. Der Rhein hat uns einen der besten Ackerböden hinterlassen. Dieser Boden stand immer schon unter dem Nachfragedruck der menschlichen Grundbedürfnisse, dem allgemeinen Wachstumsdruck. Beton kann man nicht essen; Boden nicht vermehren. Im Sinne der Landesversorgung schützt das Lw-Pachtrecht die Vollerwerbsbetriebe (Kleinpflanzer haben keine Lw-Pacht). Es braucht vorausblickendes Planen, um immer wieder einem Lw-Betrieb für verlorenes Pachtland Ersatz leisten zu können. Einige Kleinpflanzer argumentieren offensichtlich noch in der Züger-Tradition ihrer Vorfahren. Züger waren bis um 1970 alle Ortsbürger-Haushalte in der Gemeinde. Sie hatten Anspruch auf 25 Aren Pflanzfläche (2 Buchser-Klassen). Vor 50 Jahren ist aber den Ortsgemeinden im kantonalen Gemeindegesetz untersagt worden, einen Bürgernutzen auszurichten. Als die Selbstversorgung noch lebenswichtig war, ist 1941 in der Ortsgemeinde Buchs zwischen Zügern und den grösseren Bauern ein böser Zwist entbrannt. Als Beitrag zur Landesversorgung wollte die Verwaltung die weit verstreuten Züger-Klassen näher ans Dorf legen und den Bauern, welche über Ross und Wagen verfügten, arrondierte Pachtflächen an den Rändern des Gemeindegutes zuteilen. Darauf reagierten die Züger: Diesen Boden hat schon seit Generationen unsere Familie genutzt, niemand hat ihn so gut gepflegt wie meine Vorfahren! Sie gründeten den Ortsbürgerbund und bekämpften die Bodenumteilung bis vor Bundesgericht, sind aber 1944 unterlegen. Die Opposition hat in den nächsten Wahlen Michael Schwendener, den späteren Nationalrat, als OG-Präsidenten abgewählt. Die Bodenumlegung ist trotzdem gekommen. Um 1950 sind «s Moosthisa» mit Zweispänner und Pneuwagen bis zuunterst in die «Stöcken» gefahren, um die Ernte einzubringen. Züger wurden näher an den Dorfrand verlegt, in Flächen, welche heute längst überbaut sind. Nach dem Verbot des Bürgernutzens, dem Rückgang der Selbstversorgung und Industrialisierung des Gemüseanbaus sind die meisten Züger-Klassen aufgegeben oder zweckentfremdet worden. Einzelne sind mitten im Ackerland verblieben, was zum störenden Flickenteppich führte. Heute verlangt die Landwirtschaft immer grössere Flächen. Das Gemeindegut spielt hier eine wichtige Rolle in der Lw-Politik. «Struktura 24» ist überfällig. Der Verwaltungsrat hat einen Entscheid gefällt, welcher in seiner Pflicht und Kompetenz liegt. This Schwendener, Churerstrasse 114 a, Räfis