Antwort auf: «Abstände, Fakten und Demokratie»
Ich habe mich punkto Photovoltaik verknappt und deshalb missverständlich ausgedrückt. Gemeint sind natürlich die vielen Haushalte, wo man das Erdöl durch eine alternative Heizung ersetzt, aber den Schritt zur Photovoltaik nicht gemacht hat, oft aus Kostengründen. Diese Heizungen benötigen elektrischen Strom. Zusammen mit KI-Rechenzentren und elektrischer Mobilität lässt das den Stromverbrauch deutlich ansteigen.
Diese Meinung teilen wohl auch die Seveler Initiantinnen und Initianten. Woher dieser Strom aber kommen soll, erfahren wir nicht, nur der Bau von Windkraftanlagen soll in Sevelen massiv eingeschränkt werden.
Der Gemeinderat findet, eine solche Regelung solle nicht auf Gemeindeebene, sondern übergeordnet festgelegt werden; kantonale und bundesrechtliche Regelungen würden solche Regelungen sowieso übersteuern. Und da ist eben der Vergleich mit den Bündnerinnen und Bündnern nicht so abwegig, wenn sie glaubten, ein Autoverbot in ihrem Kanton würde die «stinkenden Ungetüme» bannen.
Deshalb nochmals die Frage: Wie soll der wachsende Strombedarf denn gedeckt werden, wenn man eine lokale Stromproduktion durch Windenergie praktisch verunmöglichen will?
Herr Nägele legt Wert auf demokratische Mitbestimmung, ich auch. Am 21. Mai 2017 stimmte das Schweizer Volk über den Atomausstieg ab. Mit 58 Prozent Ja sagte man Nein zu neuen Atomkraftwerken. Vielleicht wird man diese Abstimmung wiederholen.
Aber ich bin überzeugt, dass die Sicherheitsrisiken einer solchen Anlage, gerade auch für Terror und Cyberangriffe, bedeutend höher einzuschätzen sind als lokale Windkraftanlagen.
Elsbeth Schrepfer, Sardonaweg 7, 9475 Sevelen
Lieber Atomstrom als Windenergie?