Mit Lärmproblemen alleine gelassen | W&O

Haag 08.05.2026

Mit Lärmproblemen alleine gelassen

Rene Bicker schildert seine Erfahrungen als Anwohner des Haag Centers.

Von Rene Bicker
aktualisiert am 08.05.2026

«Autoposer rauben Nachbarn des Haag Centers Schlaf und Nerven», Ausgabe vom 5. Mai

Als betroffener Anwohner kann ich die Darstellungen bestätigen, leider ist es auf der oberen Seite, wo der Kiosk steht, nicht viel anders.

Die Poser beschleunigen mit offenen Klappenauspuffen bis zum Drehzahlbegrenzer oder lassen die Auspuffe ihrer Autos knallen. Auch hier ist die bevorzugte Uhrzeit nach Mitternacht, da um diese Zeit das geringste Risiko besteht, erkannt zu werden. Mit dieser Rücksichtslosigkeit geht es auch lautstark auf der Hauptstrasse in Richtung Autobahn weiter.

Dazu kommen aber noch die Lastwagen, welche in der kalten Jahreszeit in der Nacht ihre Dieselmotoren zum Heizen laufen lassen, und in der warmen Jahreszeit ihre Klimaanlagen zum Kühlen. Auch die Kühlkompressoren der Kühlanhänger laufen nachts und tagsüber gefühlt im 20-Minuten-Takt an. Auch werden nachts mal Schweine umgeladen.

Das generelle Parkverbot ausserhalb der Geschäftsöffnungszeiten wird von den Chauffeuren bewusst ignoriert.

Von der Polizei erhalten wir auch nicht immer die Unterstützung, die wir bräuchten, es gab aber auch schon Wegweisungen. Solange die Aggregate aber nicht laufen, was sie nie tun, wenn die Polizei vor Ort ist, haben sie keine Handhabe wegen Lärm, und wenn der Liegenschaftsbesitzer das Nachtparkieren duldet …

Wir gehen mittlerweile selber zu den Chauffeuren, welche nach Ladenschluss noch auf dem Areal sind, und bitten sie weiterzufahren. Die Antworten der Chauffeure sind ab und zu verständnisvoll, und ab und zu werden wir auch bedroht. Ein kleines Best-of: «Die Parkverbotstafeln stehen dort auf der anderen Seite bei der Einfahrt des Parkplatzes, die gelten für den ganzen Platz?», «Eine Lenkzeitüberschreitung kostet mich 1000 Franken, da bezahle ich lieber die Parkbusse», «Wer bist du, dass du mit mir redest, hau ab oder ich komme raus».

Viele der Chauffeure beginnen dann auch frühmorgens ihren Dienst, und ab 5.30 Uhr brummen wieder Dieselmotoren, und ab 5.45 Uhr fahren sie quer über den Parkplatz, über die Wasserrinnen, wodurch ihre Ladung und Anhänger uns aus dem Schlaf reissen. Auf dem Platz bleiben dann auch schon einmal Fäkalien zurück. Es gibt halt keine sanitären Anlagen …

Wir sind auch direkt mit der Liegenschaftsverwaltung des Coop in Kontakt, melden Vorfälle. Uns hat man mitgeteilt, einheimische Unternehmen werden angeschrieben, bei ausländischen sei der Aufwand zu gross. Auch haben wir uns mit Personen der Liegenschaftsverwaltung schon vor Ort getroffen, um das Problem konstruktiv anzugehen. Keiner unserer Vorschläge, auch sehr kostengünstige, wurde, wie uns mitgeteilt wurde, aus Kostengründen in Betracht gezogen.

Von der Gemeinde erhalten wir gefühlt mässige Unterstützung, selbst die verordnete Mittagsruhe wird nicht durchgesetzt. Es werden am Mittag Güter umgeladen, vom Liegenschaftsunterhalt wird Rasen gemäht und Laub geblasen, eine Unterhaltung draussen beim Grillieren oder beim Kaffee kann auch schon mal schwierig sein.

Viele von uns Anwohnern fühlen sich nicht gehört, ignoriert und mit dem Lärmproblem alleine gelassen.

Rene Bicker, Kanalweg 5, 9469 Haag