Der «Blitzkrieg» im Iran geht nun schon in die sechste Woche, und wahrscheinlich leidet jeder Bewohner dieser Erde immer mehr an den noch nicht absehbaren Folgen. Der Weltgeschichte-Trampel Trump hat sich in seinem Narzissmus von Netanyahu über den Tisch ziehen lassen. Nun verdeckt er, immer noch ziel- und ausweglos, diesen reinen Angriffskrieg im Stile von Putin mit seinen Tweets voller absurder Vernichtungsphantasien.
Diese Absurdität ist Netanyahu mehr als recht, weil sie ablenkt von dessen Strategie: Er hat mit der gezielten Ermordung einer ganzen feindlichen Regierung einen jahrelang vorbereiteten Angriffskrieg ausgelöst und wird ihn, internationaler Druck hin oder her, bis zu seinem Endziel fortsetzen.
Darum lehnt er jegliche Verhandlungen oder Friedensgespräche ab, setzt stattdessen auf Bombardierungen und Zerstörung der iranischen Infrastruktur, gleichgültig, was Trump noch einfällt; und gleichzeitig sind bereits zerstört oder werden zerstört die palästinensischen Gebiete im näheren Umkreis: Gaza, Südlibanon, Terror im Innern, seit Jahrzehnten eine illegale Siedlungspolitik – alles Vorbereitungen zur Schaffung eines Grossisraels … als rassistischer Apartheidstaat. Hat nicht die Knesset die Todesstrafe wieder eingeführt, natürlich nur für Palästinenser, ohne Berufungsmöglichkeit, vollstreckt in drei Monaten? Und offenbar unterstützt die Mehrheit der jüdischen Israelis den aktuellen Krieg. (Dass daraus aber vermutlich islamistische Terroranschläge auf dem ganzen Globus und Antisemitismus die Antwort sein werden, ist Nebensache.)
Die rechtsextreme jüdische Regierung unterscheidet sich nach meiner Ansicht immer weniger vom islamistischen Terrorregime der Mullahs.
Dem terroristischen Islamismus Irans steht ein ebenso verhängnisvoller jüdischer Nationalismus gegenüber: Bevölkerung und säkulare Politiker sind in beiden Ländern in der Geiselhaft religiöser Extremisten.
Dieser gegenseitige Hass zwischen den Islamisten in Teheran und der rechts-orthodoxen Regierung in Jerusalem ist der Grund für einen Religionskrieg, der die Werte einer aufgeklärten modernen Gesellschaft ablehnt, die Menschenrechte missachtet.
Aber auch in den USA wollen evangelikale Christen und einflussreiche jüdische Berater - beide für Trump ein wichtiges Lektorat – die Fortsetzung dieses «Heiligen Krieges» gegen den Islam. Und wie sieht es hierzulande aus?
Otto Ackermann,
Profasonweg 7, 9476 Fontnas
Monotheistische Extremisten