Ruedi Bösch brauchte etwas Geduld. Schon im vergangenen März, als der Toggenburger SP-Kantonsrat Martin Sailer seinen Rücktritt per diesem Sommer bekannt gab, stand Bösch als sein Nachfolger fest. Mit einem Schreiben vom 13. März erklärte sich Bösch gegenüber dem Kanton bereit, die Wahl anzunehmen. Zusammen mit fünf weiteren nachrückenden Mitgliedern des Kantonsparlaments hat der Regierungsrat den Toggenburger nun für gewählt erklärt.
Zum Start der nächsten Session am 14. September wird der Kantonsrat die Wahl für gültig erklären. Bösch wird also bereits an der Herbstsession mitentscheiden können.
Einziger SP-Vertreter aus dem Toggenburg
Der SP-Politiker mit Jahrgang 1991 ist als Revierförster für das Forstrevier Stockberg zuständig. Bösch ist im Toggenburg aufgewachsen, im Tal stark verwurzelt und Vorstandsmitglied der SP Toggenburg, wie seine Partei in einer Medienmitteilung vom März schrieb. Themen wie Forst-, Holz-, und Landwirtschaft sind für ihn von grosser Bedeutung. Künftig wird er sein Wissen in Umwelt-, Wald- und Jagdpolitik im Kantonsrat einbringen.
Bei den Kantonsratswahlen 2024 holte Bösch auf der Hauptliste der SP 2523 Stimmen, was ihm den ersten Ersatzplatz einbrachte – noch vor Christian Gertsch, der wenige Monate vor der Wahl nachgerückt war. Die SP verlor bei jener Wahl einen ihrer Sitze und ist seither nur noch mit einem Vertreter präsent. Eine nicht ganz einfache Position, wie Martin Sailer im Abschiedsinterview sagte: «Ich war oft auf verlorenem Posten.»
Erste Erfahrung in der politischen Exekutive sammelte Ruedi Bösch im Wattwiler Gemeinderat, in den er 2021 gewählt wurde. Allerdings musste er das Amt Ende 2022 aufgrund seines Umzugs in die Gemeinde Nesslau abgeben. Bösch wohnt in Ennetbühl.
Neuer Kantonsrat Ruedi Bösch startet im Herbst