Olympische Spiele: Aus der Traum für Grabser Duo | W&O

Ringen 13.05.2024

Olympische Spiele: Aus der Traum für Grabser Duo

Trotz starken Leistungen verpassten Andreas Vetsch und Annatina Lippuner aus Grabs am Turnier in Istanbul die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Paris.

Von Dominik Steiger
aktualisiert am 13.05.2024

Nur die besten drei in jeder Gewichtsklasse sicherten sich die letzten Tickets für die Olympischen Spiele diesen Sommer in Paris.

Andreas Vetsch, der sich in den letzten vier Jahren auf die Olympiaqualifikation vorbereitet hatte und seit einem Jahr als Profi voll auf die Karte Ringen setzt, war auf den Punkt bereit und kämpfte sein bisher bestes internationales Turnier.

In der Qualifikationsrunde am Donnerstag liess er dem Albaner Gjete Prenga in der Kategorie bis 67 kg Greco keine Chance und gewann mit technischer Überlegenheit und 10:1 Punkten.

Im Achtelfinal traf der 28-jährige auf Ellis Coleman, den besten US-Amerikaner in dieser Kategorie. Vetsch wurde zu Beginn des Kampfes wegen Passivität in die Bodenlage geschickt und geriet mit 0:1 in Rückstand. In der Bodenlage agierte er äusserst geschickt und wehrte die Angriffe des Amerikaners ab.

An fehlender Unterstützung mangelte es nicht: Andreas Vetsch (Mitte) mit Vereinsmitglieder des RC Oberriet-Grabs.
An fehlender Unterstützung mangelte es nicht: Andreas Vetsch (Mitte) mit Vereinsmitglieder des RC Oberriet-Grabs.
PD

Nach der Pause startete Vetsch explosiv in die zweite Hälfte. Er konterte seinen Gegner kurz nach Wiederanpfiff aus und ging mit 3:1 Punkten in Führung. Dank einer Passivitätsverwarnung an den Amerikaner und eines gelungenen Angriffs im Standkampf baute der Grabser seine Führung auf 8:1 Punkte aus. Diesen Vorsprung brachte er souverän über die Zeit, womit er sich für den Viertelfinal qualifizierte.

Niederlagen gegen Olympia-Teilnehmer

Im Viertelfinalkampf unterlag Vetsch dann einmal mehr dem starken Moldawier Valentin Petic. Auf diesen Gegner war er schon beim Qualifikationsturnier im April getroffen, damals hatte Vetsch noch vor der Pause mit technischer Unterlegenheit verloren. In Istanbul verlief der Kampf knapper. Erneut wurde Vetsch in Halbzeit eins in die Bodenlage geschickt, wo er mit 0:2 Punkten in Rückstand geriet. Nach der Pause gab Vetsch mit einer Aktion nahe der Zone und einer unglücklich gewählten Challenge weitere zwei Punkte ab. Diesen Rückstand konnte er im Bodenkampf nicht mehr aufholen, Vetsch unterlag nach sechs Minuten 1:4.

Da sich der Moldawier im Halbfinal durchsetzen konnte und sich einen Quotenplatz für Paris erkämpfte, durfte Vetsch am Freitag in der Hoffnungsrunde nochmals antreten, wo er sich dem Bronzemedaillengewinner von den olympischen Spielen in Tokio, dem Ägypter Mohamed Elsayed, im Bodenkampf mit 0:9 Punkten geschlagen geben musste.

Der Traum von der Olympiateilnahme platzte mit dieser Niederlage. Der Ägypter holte sich später das letzte Ticket nach Paris. Andreas Vetsch hält nach dem Wettkampf enttäuscht fest. ««Es schmerzt im Moment schon extrem. Aber ich habe alles gegeben und kann mir nichts vorwerfen lassen. Es sollte einfach nicht sein.»

Lippuner unterliegt im Achtelfinal

Die erst 18-jährige Annatina Lippuner wurde vom Schweizer Ringerverband aufgrund ihrer tollen Leistungen in den letzten Monaten kurzfristig für das Turnier in Istanbul aufgeboten. In der Startrunde traf sie in der Gewichtsklasse bis 62 kg auf die 31-jährige Mariana Cherdivara aus Moldawien.

Lippuner hielt gut mit ihrer erfahrenen Kontrahentin mit, führte lange, geriet aber 30 Sekunden vor Schluss durch einen Konter der Moldawierin in Rückstand. Diesen vermochte die junge Grabserin nicht mehr aufzuholen. Da die Moldawierin ihren Viertelfinalkampf verlor, war das Turnier für Lippuner nach nur einer Begegnung bereits vorbei.