Ortsgemeinde sucht ein Pächterpaar für ihr Berghaus Malbun am Buchserberg | W&O

05.01.2023

Ortsgemeinde sucht ein Pächterpaar für ihr Berghaus Malbun am Buchserberg

Das Team von Sandra Dobler hört Ende April auf. Die Ortsgemeinde Buchs ist bereits in Kontakt mit möglichen Nachfolgern.

Von heini.schwendener
aktualisiert am 28.02.2023
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Die Skisaison auf Malbun am Buchserberg steht vor der Tür – wenn es denn endlich genug Schnee hätte. Das Berghaus-Team um Sandra Dobler ist bereit für die Wintersaison 2022/2023. Ende April ist dann aber Schluss, Sandra Dobler hat ihren Vertrag gekündigt. Die Ortsgemeinde Buchs, Besitzerin des Berghauses Malbun und des kleinen Skigebiets, sucht darum per 1. Mai oder nach Vereinbarung ein innovatives Pächterpaar.

Neubau wurde 2013 eröffnet

Werner Schwendener, Vizepräsident der Ortsgemeinde Buchs, hat ein klares Ziel vor Augen:
Spätestens wenn die Wandersaison auf Malbun im Frühling beginnt, sollte auch das Berghaus wieder offen sein.
Am 4. Januar 2013 hat die Ortsgemeinde Buchs den Neubau des Berghauses Malbun eröffnet (vgl. Kasten weiter unten). Seither haben drei Pächterpaare bzw. Pächterteams die hungrigen Ausflugsgäste – darunter viele Freizeitsportlerinnen und -sportler – im Berghaus verpflegt und teilweise im Hotelbetrieb beherbergt.
 Oberhalb des Berghauses befindet sich das kleine Skigebiet Malbun, das ebenfalls von der Ortsgemeinde betrieben wird.
Oberhalb des Berghauses befindet sich das kleine Skigebiet Malbun, das ebenfalls von der Ortsgemeinde betrieben wird.
Bild: PD
Das Berghaus Malbun verfügt über 82 Restaurant- und 76 Terrassenplätze, 7 Doppelzimmer mit Dusche/WC und 4 Mehrbettzimmer mit Dusche/WC. Es ist seit seinem Neubau also nicht mehr «nur eine Bergbeiz», sondern ein Restaurant mit kleinem Hotelbetrieb. Dies macht die Arbeit der Verantwortlichen vielfältiger, aber auch anspruchsvoller.

Besondere Herausforderungen

Das Berghaus Malbun auf 1369 Metern über Meer ist umgeben von einem prächtigen Bergkulisse. Der Ausblick über das Rheintal, das Fürstentum Liechtenstein und das Vorarlberg bis hinunter zum Bodensee ist einzigartig. Allerdings variiert das Gästeaufkommen bei einem Bergrestaurant auf dieser Höhe je nach Wetter stark. Liegen an einem Wochenende die Wetterprognosen komplett falsch, wartet ein zu grosses Team vergeblich auf Gäste oder aber es rotiert ein zu kleines Team am Anschlag. Auch das ist eine spezielle Herausforderung in einem Berggasthaus. Dies ist allerdings nicht der Grund, warum Sandra Dobler mit ihrem Team aufhört. Sie sagt auf Anfrage des W&O:
Wir erleben ein Super Zeit auf Malbun. Und die Zusammenarbeit mit der Ortsgemeinde Buchs ist wirklich toll.

Am Wochenende einen Tag frei geht im Berghaus nicht

Allerdings setze das Team künftig neue Akzente in der Work-Life-Balance. Ein Tag pro Wochenende solle künftig der Familie gehören. Weil das Berghaus jedoch nicht einen Tag pro Wochenende einfach schliessen könne, habe man sich zur Kündigung entschlossen.
 Das Team um Gastgeberin Sandra Dobler und Küchenchef Eryk Piecha hat gekündigt.
Das Team um Gastgeberin Sandra Dobler und Küchenchef Eryk Piecha hat gekündigt.
Bild: PD
Sandra Dobler versichert, ihr Team bleibe für die letzten Monate im Berghaus voll motiviert. Die Gastgeberin wird der Branche auch künftig treu bleiben und ihr Restaurant, den Hölzigen Alvier, neu eröffnen.

Ortsgemeinde lässt sich den Berg etwas kosten

Das Berghaus Malbun ist für die Ortsgemeinde Buchs kein Renditeobjekt, sondern zusammen mit dem Skigebiet ud dem Busverkehr zum Berghaus ein Dienst an der Öffentlichkeit, den sie sich jährlich bis zu 300'000 Franken kosten lässt. Der Mietzins liegt unter dem marktüblichen Wert und auch sonst bietet die Ortsgemeinde als Besitzerin Leistungen, die unüblich sind. Bisher war es jeweils nicht ganz einfach, Nachfolgepächter für das Berghaus zu finden, erzählt Werner Schwendener. Doch diesmal scheint alles anders, hat er doch bereits einige vielversprechenden Bewerbungen erhalten. Das Berghaus Malbun wurde 1934 erbaut, damals noch als Skihaus Malbun Die Geschichte des Berghauses Malbun am Buchserberg geht zurück ins Jahr 1934. Im Auftrag des Skiclubs wurde es für 25000 Franken erstellt und am 28. Oktober 1934 eingeweiht. 1947 kaufte die Ortsgruppe des Schweizerischen Touristenvereins «Die Naturfreunde» das Skihaus Malbun. Zu einer Namensänderung zu «Berghaus Malbun» kam es im Jahr 1963. Damals erwarb die Ortsgemeinde Buchs die Liegenschaft für 105000 Franken. Im Jahr 1970 genehmigte die Bürgerversammlung der Ortsgemeinde Buchs einen Kredit von 370000 Franken. Das Berghaus Malbun konnte somit nach Westen erweitert werden und es entstand die Terrasse im Süden. 1992 wurden die Küche und die Terrasse saniert. 2011 genehmigten die Ortsbürgerinnen und -bürger einen Baukredit von 3,8 Millionen Franken für einen Neubau. Vom März bis Dezember 2012 wurde der Neubau erstellt und am 4. Januar 2013 eröffnet. (she)