Vor nicht allzu vielen Jahren war es durchaus üblich, Klärschlamm als Dünger auf die Felder auszubringen. Manche Bauern haben das gemacht, andere nicht. Diejenigen, die das gemacht haben, müssen heute mit den teilweise verheerenden Konsequenzen leben. Vielleicht gab es auch damals mahnende Stimmen, die die Katastrophe vorhergesehen haben. Wenn ja, wurden sie nicht gehört – Klärschlamm von Haus- und Industrieabwasser wurde damals als guter Dünger angepriesen. Das Ausbringen ist seit 2006 verboten.
Es ist richtig, dass wir bei Windkraft nicht von PFAS reden. Das tut auch Barbara Siegrist in ihrem Leserbrief nicht – ausser in der Überschrift. Beim Abrieb an den Flügeln von Windrädern durch Staub, Regen, Schnee oder Hagel reden wir von Mikroplastik, welches aus Epoxidharz besteht, und dieses wiederum zu ca. 40 Prozent aus hochgiftigem Bisphenol A. Ein Kilogramm Bisphenol A reicht aus, um 10 Milliarden Liter Wasser zu verunreinigen («Dr. Peter F. Mayer, Giftige Rotorblätter von Windrädern als Zeitbomben»). Wie der Name schon sagt, ist in unserem Tal der Rhein das Zentrum und die Lebensader. Das Wasser fliesst in den Bodensee, von dem Millionen von Menschen das Trinkwasser beziehen.
Vielleicht handelt es sich bei dem Abrieb nicht um 100 kg pro Windrad und Jahr. Aber auch 10 oder 50 kg pro Windrad und Jahr vergiften die Umwelt – jedes kg ist 1000 Gramm zu viel. Auch bei «nur» 10 kg pro Windrad und Jahr macht das bei 4 Windrädern immerhin 40 kg × 25 = 1000 kg oder eben eine Tonne in 25 Jahren, bei 100 kg Abrieb sogar 10 Tonnen Gift für Boden und Wasser.
Zum Thema Windkraft gibt es viele mahnende Stimmen von betroffenen Anwohnern und Landwirten, von Ingenieuren und Physikern. Aber in unserem Bestreben, den CO₂-Ausstoss zu verringern und «Grüne Energie» zu produzieren, werden sie als Phantasten und Lügner abgetan. Ich weiss nicht, wie lange wir die gleichen Fehler immer und immer wieder machen können. Vermutlich sind in ein paar Jahren die Boden- und Wasserproben im Umkreis der Windräder im gleichen katastrophalen Zustand wie die Böden, auf die vor vielen Jahren Klärschlamm ausgebracht wurde?
Monika Bauerschmidt,
Zil 21, 9466 Sennwald
PFAS, Windkraft und Fehler