Sekunden entscheiden: First Responder trainieren den Ernstfall | W&O

Toggenburg vor 10 Stunden

Sekunden entscheiden: First Responder trainieren den Ernstfall

Von Reanimation bis Care – eine Weiterbildung der Toggenburger Ersthelfer ganz nah an der Praxis.

Von pd
aktualisiert vor 9 Stunden

Bei einem medizinischen Notfall werden First Responder zusammen mit dem Rettungsdienst 144 alarmiert. Als Erstversorger leiten sie lebensrettende Sofortmassnahmen ein, bis der Rettungsdienst eintrifft. Die First Responder sind ausgebildet in der Herzdruckmassage, im Umgang mit Defibrillatoren und in der Beatmung. 

Die Toggenburger First Responder bildeten sich kürzlich gemeinsam weiter. Diesen regionalen Weiterbildungskurs hat neu der Feuerwehrverband Toggenburg organisiert, nachdem sich die Rettung St. Gallen aus dem Bereich der First Responder zurückgezogen hat.

Die Feuerwehrkommandanten Stefan Blaser (Bütschwil-Ganterschwil), Christoph Brunner (Ebnat-Kappel) und Ueli Tanner (Neckertal) haben gemeinsam die Weiterbildung aufgegleist. Sie legten den Fokus auf die drei Themen Reanimation von Kindern und Erwachsenen, eine allgemeine Weiterbildung mit diversen Fokusthemen sowie einen Workshop zum Thema Care.

Drei Stunden, drei Themen

Rettungssanitäter schulten die First Responder im Bereich des Basic Life Support (BLS). Sie bearbeiteten das Heimlich-Manöver: eine lebensrettende Erste-Hilfe-Technik, um Fremdkörper aus den Atemwegen von Erwachsenen und Kindern zu entfernen, ergänzt um die Spezialitäten bei Kindernotfällen. Geübt wurden auch die korrekten Anwendungen der Herzdruckmassage, des Handbeatmungsbeutels und des AED (automatisch-externer Defibrillator), inklusive einer Schockabgabe.

Bei einem medizinischen Notfall werden First Responder zusammen mit dem Rettungsdienst 144 alarmiert.
Bei einem medizinischen Notfall werden First Responder zusammen mit dem Rettungsdienst 144 alarmiert.
Bild: PD

Am zweiten Posten ging es um das Stillen von Blutungen und die passende Sauerstoffabgabe. Die beiden Rettungssanitäter an diesem Posten gaben den Teilnehmenden Tipps und Tricks aus ihrem Arbeitsalltag mit auf den Weg, wie sie mit Stress umgehen, was Erkennungsmerkmale bei Kameradinnen und Kameraden sein können und tauschten sich mit der Gruppe über vergangene Ereignisse aus.

Der reformierte Pfarrer Peter Schulthess ist Mitglied des Care Teams Zürich. Er tauschte seine Erfahrungen mit jenen der First Responder aus, insbesondere im Bereich Care. Denn meist haben First Responder es nicht nur mit einem Patienten zu tun, sondern auch mit Angehörigen und ihren Gefühlen in ihrer Ausnahmesituation.

Themen aus der Praxis

Mitorganisator Stefan Blaser zeigte sich erfreut über die halbtägige Weiterbildung: «Wir haben die Themen anhand unserer konkreten Einsatzerfahrungen zusammengestellt.» Eine Herausforderung dieser Weiterbildung war, dass die sieben First-Responder-Einheiten im Toggenburg ganz unterschiedlich aufgestellt sind. Während die einen das Nötigste in zwei jährlichen Übungen repetieren, thematisieren andere an ihren zehn Übungen auch vielfältigere Themen. Der Weiterbildungskurs 2026 ist die Fortsetzung des First-Responder-Meetings, das erstmals im Jahr 2024 durchgeführt wurde, und ergänzt die jährlichen Weiterbildungskurse.

Der Weiterbildungskurs ist auf drei Halbtage aufgeteilt, damit sich die Einheiten aufteilen konnten. Somit hätten die First Responder in allen Gemeinden stets zu einem Notfall ausrücken können. Dank des Engagements des Feuerwehrverbands Toggenburg kam dieser Weiterbildungskurs für die First Responder überhaupt zustande, unterstützt von den beteiligten Feuerwehren sowie vom Partner Procamed, der diesen Kurs mitfinanzierte.