Sprunghafte Gäste: So macht die Geopolitik dem Grand Resort Bad Ragaz zu schaffen | W&O

Bad Ragaz vor 9 Stunden

Sprunghafte Gäste: So macht die Geopolitik dem Grand Resort Bad Ragaz zu schaffen

Trotz etwas weniger Logiernächsten hat die Gruppe des Grand Resort Bad Ragaz 2025 mehr umgesetzt als im Vorjahr. Dies auch dank der Rückkehr der Tamina-Therme zum Vollbetrieb.

Von Thomas Griesser Kym
aktualisiert vor 9 Stunden

Nach dem Rückgang im Vorjahr hat die Gruppe des Grand Resort Bad Ragaz 2025 wieder zugelegt. Der konsolidierte Umsatz stieg um 6,4 Prozent auf 109 Millionen Franken, und das Betriebsergebnis vor Abschreibungen nahm auf Stufe Ebitda von 12,5 Millionen auf gut 20 Millionen Franken zu.

Dem Umsatzanstieg zugrunde liegt die Rückkehr der Tamina-Therme zum ganzjährigen Vollbetrieb nach ihrer vorübergehenden Schliessung im Vorjahr 2024. Mit 326'000 Gästen erreichte die Therme die höchste Besucherzahl seit der Gesamtsanierung 2009 und mit 14,3 Millionen Franken einen Rekordumsatz.

In den Grand Hotels, dem grössten Geschäftspfeiler, lag die Zahl der Logiernächte mit 74'251 um gut 1900 oder 2,5 Prozent unter Vorjahr, der Umsatz jedoch mit 62,4 Millionen leicht darüber. Die Gruppe wertet dies als «ein Signal für stabile Ertragskraft auch bei kurzfristigerem Buchungsverhalten».

Dieses sei «stark durch die aktuelle geopolitische Lage geprägt», sagt Julia Herwig, Sprecherin des Grand Resort Bad Ragaz, und man spüre teils eine gewisse Zurückhaltung bei Reisen. Verwaltungsratspräsident und CEO Klaus Tschütscher schreibt dazu im Aktionärsbrief:

Gäste buchen kurzfristiger, entscheiden spontaner und stornieren häufiger.

Reiselust bleibe bestehen

Wie Herwig weiter sagt, hat sich die Gästestruktur in den vergangenen Jahren vor allem wegen geopolitischer Entwicklungen leicht verändert. Derzeit rechne man «auch mit temporären Einbussen aus dem Mittleren Osten». Gleichzeitig dürfte die Gruppe vom Kernmarkt mit der Schweiz als bedeutendsten Markt sowie von weiteren europäischen Herkunftsländern profitieren. Insgesamt bleibe die Reiselust bestehen.

Gewachsen beim Umsatz und der Anzahl Pflegetage ist die Clinic Bad Ragaz, und im Oktober ist das Tamina Health Center eröffnet worden. Das sind wichtige Bausteine der neuen Strategie des Grand Resorts, das medizinische und therapeutische Angebot zu steigern. Mittlerweile werden Teile des Grand Hotel Bad Ragaz erneuert. Dessen Wiedereröffnung und jene des Hotel Palais Bad Ragaz ist für Dezember 2026 vorgesehen.

Klaus Tschütscher, Verwaltungsratspräsident und Noch-CEO der Grand Resort Bad Ragaz AG.
Klaus Tschütscher, Verwaltungsratspräsident und Noch-CEO der Grand Resort Bad Ragaz AG.
Bild: PD/Yanik Bürkli



Künftig wieder ohne CEO

Nach der Generalversammlung am 5. Mai 2026 konzentriert sich Klaus Tschütscher nach zwei Jahren als CEO und Verwaltungsratspräsident in Personalunion wieder wie geplant auf das VR-Präsidium. Die Rolle des CEO wird wieder abgeschafft. Künftig obliegt die operative Führung der dreiköpfigen Geschäftsleitung.

Die Gruppe beschäftigte 2025 insgesamt 813 Mitarbeitende nach 798 im Vorjahr. Das Unternehmen gehört zu gut 85 Prozent dem Rheintaler Industriellen und langjährigen Chef des damaligen Zementkonzerns Holderbank (später Holcim), Thomas Schmidheiny.