Stefan Giger ist der neue Funkenchef  in Plattis - er und der Funken sind bereit | W&O

17.02.2022

Stefan Giger ist der neue Funkenchef  in Plattis - er und der Funken sind bereit

In Plattis findet am 6. März der Funkensonntag statt. Dabei wird auch der alte Brauch des Scheibenschlagens gepflegt.

Von Hansruedi Rohrer
aktualisiert am 28.02.2023
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Funken zur Vertreibung des Winters haben in der Gemeinde Wartau Tradition. Seit 20 Jahren wird zum Beispiel dazu in Plattis ein Feuer entzündet, dieses Jahr am 6. März. Dort ist auf der kleinen Anhöhe ein kunstvoller Holzstoss fein säuberlich und pyramidenartig aufgerichtet worden. Im vergangenen Jahr war der Anlass abgesagt. Die Funkenzunft Plattis steckt zurzeit in den Vorbereitungen, um dem Brauch wieder gebührend Nachachtung zu verschaffen. Da ist auch Stefan Giger, der neue Funkenchef, voller Hoffnung. Hans Eggenberger, erfahrener «Funkner» und seit Beginn dabei, weiss als rechte Hand des Funkenchefs manche Tipps und ist als Helfer immer noch gerne dabei.

Zum Fest gehört der Funkenkiosk

Am 6. März ist Funkensonntag. In Plattis öffnet dann ab 17 Uhr der Funkenkiosk auf dem Festplatz seinen Ausschank. An einem Vorfeuer gibt es zudem Gelegenheit, Würste zu braten. Und die «Funken»-Frauen tragen mit Suppen und Kuchen zum Verpflegungsangebot bei.
 Der Funken Plattis auf der kleinen Anhöhe ist kunstvoll errichtet worden und steht bereit.
Der Funken Plattis auf der kleinen Anhöhe ist kunstvoll errichtet worden und steht bereit.
Um 19 Uhr wird dann das grosse Feuer entzündet. Die Funkenzunft verzichtet dabei bewusst auf Böllerschüsse und das Abbrennen von Feuer- und Knallwerk. Hans Eggenberger sagt:
Die Durchführung geht auch ohne den störenden, künstlichen Lärm.

Das Scheibenschlagen ist ein alter Brauch

Dafür gibt es auch in Plattis den ebenfalls alten Brauch des Scheibenschlagens. Das ist eine Spezialität und erfordert etwas Geschick. Da werden nämlich kleine runde Eschenholzscheiben auf dem kleinen Neben­feuer glühend erhitzt. Mit kunstvollem Schwung fliegen diese leuchtenden Rädchen sodann durch die Nacht. Der Abschlag erfolgt auf einer speziellen Vorrichtung. Da tritt vor allem die Jungmannschaft in Aktion, ermutigt und angeleitet durch die erfahrenen älteren Männer. Die kleinen Holzscheiben werden von der Zunft zur Verfügung gestellt.

Die Botschaft für die sirrenden Rädchen

Der Abschlag der sirrenden Rädchen wird mit einer laut gerufenen Botschaft begleitet:
Schibu, Schiba, Schibi, wem söll dia Schiba sii? Dia Schiba söll mim Schätzli sii!
Dann wird der Name des Schätzlis gesagt. Ob die Botschaft ankommt, ist vielleicht für Ein­zelne die Überraschung des Abends. Die Bräuche Scheibenschlagen und Funken sind natürlich mit Geselligkeit und Gemütlichkeit verbunden. Die Funkenzunft Plattis lädt gerne zum Dabeisein auf der leichten Anhöhe ein. Auch in Zukunft wolle man an diesem Brauch festhalten, heisst es.

Der Brauch ist alt, ja sogar uralt

Der frühere Wartauer Lehrer und Mundartautor Jakob Kuratli erwähnte diese einheimischen Bräuche immer wieder. Wie etwa in der kleinen Schrift «Schiba schluh an der Bättler- Fasnat» des Jahres 1936, in welcher er noch weiter zurück an seine Bubenjahre dachte. Der Brauch des Scheibenschlagens sei alt, uralt, schrieb Kuratli in Mundart. Gewiss schon vor tausend Jahren oder noch viel früher hätten die alten Wartauer auf dem Maziferkopf Feuer gezündet und Scheiben geschlagen. Dazumal hätten die glühenden Scheiben aber noch der «Mutter Sonne» gegolten.