Tumult auf dem Fussballplatz nach Spielschluss des Derbys FC Sevelen gegen FC Haag | W&O

14.10.2022

Tumult auf dem Fussballplatz nach Spielschluss des Derbys FC Sevelen gegen FC Haag

Emotionen gehören zu Derbys – sie machen deren Reiz aus. Beim Spiel Sevelen gegen Haag artete das Ganze aus.

Von Robert Kucera
aktualisiert am 28.02.2023
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  Die 4.-Liga-Partie zwischen dem FC Sevelen und dem FC Haag hat erst mit den Ereignissen nach dem Abpfiff für Schlagzeilen gesorgt. Die sportliche Affiche, der 3:2-Erfolg des Heimteams – alles nur noch Nebensache. Denn nach Spielschluss kam es auf dem Platz zu einem Tumult. FC-Haag-Präsident Wilson Andrade ärgert sich:
Das darf nicht sein.
Er will, dass es im Fussball zu 100 Prozent fair auf und neben dem Platz zu und her geht.

Torhüter wurde angerempelt

Im Zentrum des Tumults stand der Haager Torhüter. Nach dem Abpfiff wurde er, so wurde dem W&O zugetragen, von einem Seveler Spieler, der an jenem Sonntag in der Zuschauerrolle war, angerempelt. Als sich der Keeper zur Wehr setzte, lief eine Seveler Zuschauergruppe energisch auf den Platz und es kam zu Tätlichkeiten. Wie FC-Haag-Präsident Wilson Andrade schildert, hat sein Torhüter physische aber auch psychische Verletzungen davongetragen.

Private Fehde auf dem Spielfeld ausgetragen

Doch wie hat es so weit kommen können? Das Derby zwischen dem FC Sevelen und dem FC Haag wurde zwar hitzig geführt. Die Szenerie auf dem Spielfeld liesse sich am besten mit «übertriebener Derbycharakter» umschreiben. Doch weder dies noch heikle Schiedsrichterentscheidungen führten zu den Geschehnissen nach dem Abpfiff. Wie Wilson Andrade schildert, habe es offenbar im Vorfeld der Partie zwischen seinem Torhüter und jenem Seveler Spieler bereits ordentlich geknistert. Auch während des Spiels ebbte die Meinungsverschiedenheit nicht ab. Die Gruppe Seveler Anhänger formierte sich hinter dem Haager Tor. Es folgten «üble Provokationen» wie der Haager Präsident von seinem Keeper erfahren hat.

Angespannte Lage bemerkt

Zwar habe der Schiedsrichter die angespannte Lage bemerkt und Haags Torhüter gefragt, ob er sich gestört fühle. Doch der Keeper verneinte. Wie Andrade festhält, wollte sein Torhüter deeskalierend vorgehen und nicht noch Öl ins Feuer giessen. Der Präsident sagte:
Er wollte Gras über die Sache wachsen lassen.
Doch an jenem Tag wollte schlicht kein Gras mehr wachsen. Was Wilson Andrade aber nicht versteht, dass niemand von den Verantwortlichen des FC Sevelen den zuschauenden Spieler oder die Gruppe vorzeitig zur Raison gebracht hat.

Sevelens Präsident hält sich bedeckt

«Wären dies unsere Fans gewesen, wäre ich aktiv geworden. Denn so was gehört nicht auf den Platz», sagt Andrade. Die Stellungnahme zu den Vorfällen wird der FC Sevelen, wie auch der FC Haag, dem Ostschweizer Fussballverband (OFV) einreichen. Dem W&O gegenüber hält sich Sevelens Präsident Samuel Müller jedoch bedeckt. Wie OFV-Präsident Stephan Häuselmann erklärt, habe die Wettspielkommission zu diesem Thema bereits getagt.

Konsequenzen sind noch nicht absehbar

Welche Konsequenzen die Geschehnisse nach dem Derby für die Vereine oder Mannschaften haben, sei aber noch nicht absehbar. «Wir haben die Klubs um eine schriftliche Stellungnahme gebeten und es findet auch eine Befragung des Schiedsrichters statt, erklärt Präsident Häuselmann das Prozedere. Sind alle Fakten auf dem Tisch, wird die Wettspielkommission beraten und einen Entscheid fällen. Die nächste Sitzung findet am Dienstag, 18. Oktober, statt.