Vor Jahren war Valentin Aggeler der Dorfpolizist in der Gemeinde. Zuletzt war er Leiter der Regionalpolizei der Kantonspolizei. Die Sennwalder Katholiken schätzen ihn nun als hilfsbereite Seele in und um ihre Kirche. Denn seit einer Weile ist er pensioniert und packt hier an, wo Hilfe benötigt wird, egal ob beim Reinigen einer Dachrinne, beim Entfernen von Neophyten auf dem Stüblidach, an grösseren Festen beim Regeln des Verkehrs oder am Grill.
Seit August unterstützt er offiziell Mesmerin Atiya Göktas, gemeinsam mit Vreni Vogel. Die ersten Gottesdienste hat er bereits selbstständig und mit Bravour gemeistert. Im Erntedankgottesdienst kürzlich wurde er nun offiziell als stellvertretender Mesmer willkommen geheissen. Als Zeichen der Wertschätzung überreichte ihm die Mesmerin Weihrauch, der symbolisch für seine neuen Aufgaben steht.
Reich beschenkt, oft durch Unscheinbares
Zum Erntedank erzählte Seelsorger Günter Schatzmann eine Geschichte, die zum Nachdenken anregte. Was macht eine Kartoffel besonders? Sie glänzt nicht wie ein Apfel, und einfach hineinbeissen kann man auch nicht. Eine solche unscheinbare Knolle lag im Keller und wurde beim Pflanzen übersehen. Schliesslich landete sie auf dem Kompost und glaubte, zu nichts mehr nütze zu sein. Doch gerade dort begann Neues zu wachsen. Aus ihr entwickelte sich ein kräftiger Stängel, und an den Wurzeln bildeten sich neue Knollen.
Die Geschichte zeigte, dass auch Menschen, die still sind oder übersehen werden, ihren Platz haben. Wie im Evangelium schenkt Jesus gerade den Unscheinbaren besondere Aufmerksamkeit. Selbst dort, wo etwas zu Ende scheint, kann neues Leben entstehen. Es ist nicht immer unsere eigene Leistung, sondern oft ein Geschenk.
Der Erntedank erinnerte daran, wie reich beschenkt wir sind. Die Gaben aus der Natur wurden in die Feier aufgenommen. Gleichzeitig stand die Bitte im Mittelpunkt, dankbar mit ihnen umzugehen, die Lebensräume zu bewahren und die Schöpfung mit allen Geschöpfen zu teilen.
Der Erntedankgottesdienst mit musikalischer Umrahmung des Nofler Chörle machte deutlich, wie vieles zusammengehört: die Gaben der Natur, Menschen, die sich für andere einsetzen, und die Hoffnung, dass auch aus dem Unscheinbaren etwas Wertvolles wachsen kann.
Unscheinbares trägt Früchte und ein pensionierter Polizist wird Mesmer