Mehrere Stationen des Gedankenbergs auf dem Storchenbüel wurden beschmiert, zerkratzt oder sonstwie beschädigt. Auch eine Scheibe wurde eingeschlagen. Als sie die Schäden gesehen hätten, seien sie sprachlos gewesen, schreiben die Verantwortlichen der Kunststiftung in einer Medienmitteilung. Angesichts der beschmierten Tafeln, zerkratzten und zerstörten Kunstwerke und der eingeschlagenen Scheibe frage man sich: «Was bringt Menschen dazu, so etwas zu tun?»
Der Gedankenberg ist seit seiner Eröffnung im Jahr 2015 frei zugänglich. Das Areal ist jedoch privat und wird von der Kunststiftung betreut und gestaltet. Entlang des Rundwegs befinden sich 18 Stationen, die zum Schauen, Nachdenken und manchmal vielleicht auch zum Widersprechen anregen.
Man müsse nicht jedes Werk verstehen, schreibt die Stiftung. Man dürfe etwas schön, seltsam oder auch völlig unverständlich finden. Man dürfe darüber diskutieren oder einfach daran vorbeigehen. «Aber man macht es nicht kaputt!»
Die angerichteten Schäden hätten nichts mit Kritik an Kunst zu tun und auch nichts mit einem harmlosen Streich. Jemand habe bewusst Dinge beschädigt, die andere Menschen mit viel Arbeit, Zeit und persönlichem Einsatz geschaffen hätten. Das mache wütend und treffe einen angesichts des jahrelangen Engagements für diesen Ort tief.
Es gibt uns das bittere Gefühl, dass die Offenheit des Gedankenbergs ausgenutzt wurde.
Der Gedankenberg soll trotz allem offen bleiben
Man wolle niemanden vorschnell beschuldigen, heisst es im Schreiben der Kunststiftung weiter. Sollten Eltern von Jugendlichen aber gewahr werden, dass ihre Kinder beteiligt waren, werden sie gebeten, mit diesen darüber zu sprechen: «Wegschauen wäre die falsche Reaktion.» Und die Stiftung appelliert an die Verursacher der Schäden selbst:
Verantwortung zu übernehmen, braucht Mut. Sich zu melden, sich zu entschuldigen und bei der Wiedergutmachung mitzuhelfen, wäre deutlich stärker, als zu schweigen und zu hoffen, dass die Sache vergessen wird.
Die Nachbarschaft und alle, die regelmässig am und um den Storchenbüel herum unterwegs sind, werden gebeten, die Augen offen zu halten. Nicht, weil aus dem Gedankenberg ein überwachter Ort werden soll, sondern weil er frei zugänglich bleiben soll, hält die Stiftung fest: «Ein Ort, an dem man Ruhe findet, Kunst begegnet und seinen eigenen Gedanken nachgehen kann – doch ein offener Ort kann nur bestehen, wenn die Menschen sorgsam mit ihm umgehen.»
Vandalismus am Gedankenberg: «Warum macht man so etwas?»