Vertrauen ins lokale Elektrizitätswerk | W&O

Sevelen vor 12 Stunden

Vertrauen ins lokale Elektrizitätswerk

Julia Giger vom Verein Rückenwind ist überzeugt, dass das EW Sevelen nicht gegen die Einwohnerinnen und Einwohner Sevelens agiert.

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Ein lokales EW ist mittlerweile ein sehr professioneller Teil einer Gemeindeinfrastruktur und dabei dem Gemeinderat und damit den Stimmbürgern und -bürgerinnen verpflichtet. Wenn diese Profis aufgrund seriöser Abklärungen für ein innovatives Energiegewinnungsprojekt einstehen, sollte sich der Gemeinderat überzeugt dahinterstellen.

Denn Windenergie wird nach einer möglichen anfänglichen Skepsis sehr wohl von der Bevölkerung akzeptiert, wie vergleichbare Beispiele aus der Steiermark, Wildpoldsried im Allgäu (Bayern) und Haldenstein GR zeigen. Für die neu geplanten weiteren Windräder in Wildpoldsried musste die Bürgerbeteiligung auf 5000 Euro pro Person beschränkt werden, weil die Nachfrage sonst nicht hätte befriedigt werden können. Die Referendumsabstimmung in Chur (Oldis II in Haldenstein) wurde von den Windkraftgegnern verloren: Die Churer Stimmberechtigten stimmten im Februar 2025 mit 83 % Ja-Stimmen für das zweite Windrad in Haldenstein. Wo man die Windräder kennt, hat man keine Probleme damit.

In Rüthi ist die Ortsgemeinde ausgestiegen, in Sennwald verzichtet die Axpo aufgrund des massiven Widerstandes auf die Weiterverfolgung als Windeignungsgebiet (Pressemitteilung AXPO 29.10.25). In Flumserberg sagt die Axpo, dass das Windpotenzial am vorgesehenen Standort unter den Anforderungen für einen wirtschaftlich tragbaren Betrieb liegt – und verzichtet auf das Projekt. (W&O, 20.2.26) Für mich sind das nicht Beispiele, die mein Vorurteil zu Windenergie bestätigen, sondern für mich zeigen diese Prozesse, dass sehr genau evaluiert und gerechnet wird – und werden muss!

Ich habe Vertrauen ins EWS, in dessen Betriebskommission und damit den Gemeinderat von Sevelen, dass sie das Projekt mit drei Anlagen und einer Leistung von 23,7 GWh nur weiterverfolgen, wenn es effizient, gleich finanziell wirtschaftlich betrieben werden kann. Niemand hat ein Interesse daran, die Gemeinde in weitere Schulden zu stürzen. Aber die Gemeinderechnung – damit alle Steuerzahlenden – würde finanziell profitieren. In welchem Umfang ist noch zu definieren. Die Sevler Bevölkerung kann mitbestimmen, denn bei unserem Projekt sind keine grossen Player wie AXPO, SAK, BKW etc. oder gar ausländische Investoren mit dabei. Dabei verweise ich auch gern auf den Leserbrief vom 21.2.26, Mirco Keller, Sennwald, der einen klaren Mehrwert für die Bevölkerung verlangt. Diesen Mehrwert sehe ich beim Projekt in Sevelen ganz klar und die Bevölkerung kann mitbestimmen.

Julia Giger, Verein Rückenwind,
Chirchgass 2, 9475 Sevelen