Viele Veränderungen: RCOG vor neuer Premium-League-Ära | W&O

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Viele Veränderungen: RCOG vor neuer Premium-League-Ära

Der RC Oberriet-Grabs startet am Samstag auswärts gegen Schattdorf in die neue Saison. Es wird ein Herbst voller Neuerungen. Denn die höchste Schweizer Liga wächst auf acht Teams an, wird in zwei Gruppen geteilt und führt erstmals alle Mannschaften in eine K.-o.-Phase.

Von PD
aktualisiert vor 5 Stunden

Die Swiss Wrestling Premium League präsentiert sich 2026 in einem neuen Gewand. Statt sechs treten neu acht Mannschaften in der höchsten Schweizer Ringerliga an. Mit dem RRTV Weinfelden und dem TV Ufhusen stossen der Meister und der Vizemeister der Challenge League dazu.

Bisher kämpfte jedes Team zweimal gegen jeden Gegner, bevor die vier bestplatzierten Mannschaften die Halbfinals bestritten. Der Letztrangierte musste in die Relegation. Neu werden die acht Teams in zwei Gruppen aufgeteilt. Der RC Oberriet-Grabs trifft in der Gruppenphase auf Schweizer Meister Willisau, auf Freiamt und auf Schattdorf. In der anderen Gruppe messen sich Einsiedeln und Kriessern mit den beiden Aufsteigern Ufhusen und Weinfelden. Innerhalb der Gruppen kämpft jedes Team zweimal gegen jeden Gegner.

Spannende K.-o.-Runde nach der Gruppenphase

Danach geht es übers Kreuz in die Viertelfinals: Der Gruppensieger trifft auf den Letzten der anderen Gruppe, der Zweitrangierte auf den Drittrangierten. Damit stehen nach der Gruppenphase weiterhin alle acht Teams im Rennen um den Meistertitel. Die Sieger der Viertelfinals ziehen in die Halbfinals ein danach folgen Final und Kampf um Platz drei. Die Verlierer bestreiten die Playouts. Jeder Rang wird auch hier ausgekämpft. Der Letztrangierte steigt direkt ab, eine Relegation gibt es nicht mehr. Der Challenge-League-Meister steigt direkt in die Premium League auf.

So soll es zum Saisonauftakt für den RC Oberriet-Grabs laufen: Lio Rüegg bodigt seinen Gegner aus Schattdorf.
So soll es zum Saisonauftakt für den RC Oberriet-Grabs laufen: Lio Rüegg bodigt seinen Gegner aus Schattdorf.
PD

In allen K.o.-Begegnungen werden Hin- und Rückkämpfe ausgetragen, der Meisterschaftsfinal bleibt wie bisher im Format «Best-of-Three».

 

Auch neben dem Modus gibt es gewichtige Anpassungen. In der Premium League sind ab dieser Saison keine Doppellizenzen mehr erlaubt. Zudem gilt nach einem Vereinswechsel eine dreijährige Transfersperre, bevor ein Ringer zurück zum Stammverein oder zu einem weiteren Club wechseln kann. Damit soll verhindert werden, dass die Abschaffung der Doppellizenzen durch vermehrte Transfers umgangen wird.

Ebenfalls neu werden die Gewichtskategorien an die internationalen Klassen angepasst. Da international im Freistil und im Greco unterschiedliche Kategorien gelten, unterscheiden sich auch die Gewichtsklassen in der Vor- und Rückrunde. Weiterhin wird abwechslungsweise in Freistil- und Grecogewichtsklassen gerungen. Eine weitere Änderung betrifft die Mannschaftspunkte: Den dritten Mannschaftspunkt gibt es bei einem Punktesieg neu erst ab acht Zählern Vorsprung und nicht mehr ab fünf.

Ungewissheit und Herausforderung

Zum Auftakt reisen die Rheintal-Werdenberger am kommenden Samstag nach Schattdorf. Eine Woche später folgt bereits der erste Heimkampf im Bildstöckli gegen Willisau. Am 10. Oktober führt der RCOG zudem wieder eine Runde in der Sporthalle Unterdorf in Grabs durch, wo Freiamt zu Gast sein wird.

Haupttrainer Christian Graupeter (rechts) freut sich auf die kommenden Monate.
Haupttrainer Christian Graupeter (rechts) freut sich auf die kommenden Monate.
PD

Sportlich muss Oberriet-Grabs zum Saisonbeginn einige Rückschläge verkraften. Mannschaftscaptain Maurus Zogg fällt für die gesamte Saison aus. Der Leistungsträger war im vergangenen Jahr der beste RCOG-Punktesammler und hinterlässt entsprechend eine grosse Lücke. Haupttrainer Christian Graupeter blickt deshalb mit einer Mischung aus Vorfreude und Vorsicht auf die neue Ausgangslage:

Diese Saison wird in vielerlei Hinsicht spannend für uns. Neben unserem Captain Maurus Zogg müssen wir zu Saisonbeginn auch einige verletzungsbedingte Ausfälle beklagen. Da werden uns einige Ringer fehlen, die dann hoffentlich für die K.-o.-Rundenkämpfe wieder fit sein werden.

Auch der neue Modus bringe zusätzliche Ungewissheit mit sich, betont Graupeter: «Den neuen Modus kann noch niemand so richtig einschätzen. Dazu kommen mit Ufhusen und Weinfelden zwei neue Gesichter in die Premium League. Auch dass keine Leihringer mehr erlaubt sind, dürfte einiges verändern. Erwartungen sind also schwierig zu nennen. Das Team steht und wird sein Bestes geben.»

Ähnlich ordnet Sportchef Patrick Schmid die Lage ein. «Für uns gilt es jetzt, möglichst verletzungsfrei durch die Gruppenphase zu kommen und dann ab dem Viertelfinal voll anzugreifen», sagt Schmid. Gleichzeitig sollen die jüngsten Ringer wertvolle Wettkampferfahrung sammeln, damit der RCOG in der kommenden Saison wieder eine starke Mannschaft stellen kann.

Neue Gewichtsklassen sind nicht optimal

Die neuen Gewichtsklassen stellen den RCOG zusätzlich vor Herausforderungen. Besonders die oberen Kategorien sowie die unterste Gewichtsklasse müssen zuverlässig besetzt werden.

RCOG-Sportchef Patrick Schmid.
RCOG-Sportchef Patrick Schmid.
PD

Stand heute liegen die neuen Klassen dem RC Oberriet-Grabs nicht optimal, weshalb einige Athleten in höheren Kategorien als gewohnt antreten müssen. Trotzdem bleibt Schmid optimistisch:

Es wird sicher spannende Kämpfe geben und wir freuen uns darauf.

Der Saisonstart am Samstag gegen Schattdorf wird zeigen, wie schnell der RCOG trotz schwieriger personeller Ausgangslage in den neuen Modus findet. Klar ist: Die Rheintal-Werdenberger stehen vor einer Saison mit vielen Unbekannten, aber auch mit neuen Chancen. Spätestens ab den Viertelfinals kann jede Mannschaft nochmals angreifen – und genau dort will der RC Oberriet-Grabs bereit sein.