Was tun, wenn die Kreditkarte plötzlich gesperrt ist? Acht Fragen und Antworten | W&O

Region 08.05.2026

Was tun, wenn die Kreditkarte plötzlich gesperrt ist? Acht Fragen und Antworten

Wenn die Kreditkarte plötzlich nicht mehr funktioniert, ist schnelles Handeln gefragt. So erkennen Sie Missbrauch und reagieren richtig.

Von Krisztina Scherrer
aktualisiert am 08.05.2026

«Karte gesperrt». Die Meldung erscheint in roter Schrift in der E-Banking-App und mit ihr ein mulmiges Gefühl. Die ersten Fragen, die einem dabei durch den Kopf gehen können: Habe ich etwas falsch gemacht? Ist meine Karte gehackt worden? Und was passiert jetzt?

Im ersten Moment möchte man wahrscheinlich alle Passwörter ändern und schauen, dass die Kreditkarte ja nirgendwo hinterlegt ist. Was gilt es zu tun, wenn die Kreditkarte gesperrt ist oder man selbst verdächtige Transaktionen sieht? Hier die wichtigsten Fragen und Antworten der Raiffeisen Schweiz Genossenschaft zum Thema.

Wie sicher sind kontaktloses Bezahlen und Mobile Payment?

Kontaktloses Bezahlen mit Karte ist heutzutage sicher und wird weltweit millionenfach genutzt. Das kontaktlose Bezahlen funktioniert nur aus kurzer Distanz und bei höheren Beträgen wird eine zusätzliche PIN-Bestätigung verlangt. Auch wer mit dem Smartphone oder der Smartwatch bezahlt, muss keine Angst haben: Beim Bezahlen wird nicht die echte Kreditkartennummer verwendet, sondern bei jeder Transaktion eine neue digitale Ersatznummer. Zusätzlich muss das Gerät für die Zahlung per Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder Code entsperrt werden.

Ist es riskant, Kreditkartendaten im Browser oder in Apps zu speichern?

Es ist in der Regel unproblematisch, die Kartendaten auf dem eigenen Gerät im Browser oder in bekannten Apps zu speichern. Wichtig ist: Das eigene Gerät muss geschützt sein und alle relevanten Sicherheits-Updates installiert. Bei Online-Einkäufen bietet der «3-D Secure»-Sicherheitsstandard (eine Zweit-Authentifizierung über das Smartphone) zusätzlichen Schutz – vorausgesetzt, der Online-Händler unterstützt diesen Standard.

Woran erkennt man, dass die eigene Kreditkarte missbraucht wurde?

Kundinnen und Kunden erkennen einen möglichen Kartenmissbrauch oft an unbekannten oder unerwarteten Abbuchungen auf der Monatsabrechnung oder im E-Banking. Auch Zahlungsbestätigungen, die man selbst nicht ausgelöst hat, sowie Zahlungen aus dem Ausland, obwohl man die Karte dort nie benutzt hat, sind ein Warnsignal.

Ein weiteres Anzeichen kann sein, dass die Karte plötzlich gesperrt wird, weil die Bank verdächtige Aktivitäten festgestellt hat. Eine mögliche Präventionsmassnahme ist die Aktivierung von Push‑Benachrichtigungen auf dem Smartphone, sobald eine Transaktion mit der Debit- oder Kreditkarte getätigt wurde. So können verdächtige Transaktionen unmittelbar erkannt und die Karte bei Bedarf schnell gesperrt werden, um weiteren Schaden zu verhindern.

Was gilt es bei einem Verdacht auf Betrug zu tun?

Die Karte sollte sofort gesperrt werden: entweder direkt über das E-Banking oder die 24-h-Karten-Sperrservicenummer der Herausgeberin. Bestätigt sich der Verdacht, ist es wichtig, sich möglichst rasch beim Kunden-Service-Center oder bei der Bank zu melden, um die verdächtige Transaktion zu beanstanden. Erweist sich die Transaktion als betrügerisch, empfiehlt es sich zusätzlich, Strafanzeige bei der Polizei zu erstatten.

Wie erkennen die Banken verdächtige Transaktionen?

Raiffeisen prüft im Rahmen der geltenden gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Vorgaben ein- und ausgehende Zahlungen. Zur Erkennung von unregelmässigen Verhaltensmustern und betrügerischem Verhalten im Zahlungsverkehr kommen unterschiedliche Massnahmen zum Einsatz. Aus Sicherheitsüberlegungen gibt Raiffeisen keine Details zu internen Sicherheitsmassnahmen zur Betrugsprävention bekannt.

Wer haftet im Betrugsfall? Und bleiben Betroffene auf dem Schaden sitzen?

Raiffeisen analysiert und beurteilt jeden Fall individuell. Wenn Kundinnen und Kunden ihre Sorgfaltspflichten nicht beachten, gilt grundsätzlich ein Haftungsausschluss.

Wie können sich Nutzerinnen und Nutzer im Alltag am besten schützen?

Wir empfehlen unserer Kundschaft einen sorgfältigen und umsichtigen Umgang bei der Nutzung von E-Banking, Debit- und Kreditkarten sowie Twint. Ebenfalls gilt es, wachsam in Bezug auf mögliche Phishing-Versuche zu sein. Dazu gehört unter anderem, jeden Link und jede E-Mail, SMS, Chat- oder WhatsApp-Nachricht auf Betrugsmerkmale zu überprüfen und die persönlichen Zugangsdaten oder Karteninformationen erst einzugeben, wenn man sich sicher ist, dass es die Original-Webseite beziehungsweise die originale Mobile-App des jeweiligen Händlers oder Dienstleisters ist. Zudem sollten regelmässig sicherheitsrelevante Updates des Betriebssystems und des Browsers durchgeführt werden und niemals Anhänge von E-Mails, SMS, Chat- oder WhatsApp-Nachrichten unbekannter Herkunft geöffnet werden.

Ausserdem kann man individuelle Sicherheitseinstellungen vornehmen, wie zum Beispiel Ausgabelimiten festlegen, die E-Commerce-Funktion deaktivieren oder Freigaben beziehungsweise Sperren für einzelne Länder einrichten.

Welche Rolle spielen Banken und Technologie im Kampf gegen Betrug?

Raiffeisen schützt sich und ihre Kundinnen und Kunden durch ein mehrstufiges Sicherheitskonzept, das verschiedenste technische, prozessuale und organisatorische Komponenten enthält. Die eingesetzten Verfahren werden fortlaufend weiterentwickelt und an neue Betrugsmuster angepasst. Aus sicherheitstechnischen Gründen geben wir keine Auskunft zu konkreten Sicherheitsvorkehrungen im Bereich Cyber-Sicherheit. Generell kann aber gesagt werden, dass Raiffeisen in regelmässigem Kontakt mit Vertreterinnen und Vertretern anderer Banken, der Polizei und weiteren Dienstleisterinnen und Dienstleistern im Cyber-Sicherheitsbereich steht, um Erfahrungen auszutauschen und weitere Sicherheitsmassnahmen umzusetzen.