Die Gewinner der Weidenmeisterschaft St.Gallen Süd stehen fest. Aus 21 angemeldeten extensiven Weiden wurden Florian Bühler aus Weesen sowie Bernhard Good und Thomas Pfiffner aus Mädris-Vermol für ihre besonders wertvollen Magerweiden ausgezeichnet. Den zweiten Rang bei den Weiden unter 950 Meter über Meer erreichte Heinz Müller aus Weite. Bei den Weiden über Meter über Meer belegte Hans-Ulrich Gantenbein aus Grabserberg den zweiten Rang.
Die Preisverleihung würdigt den oft wenig sichtbaren Beitrag der Landwirtschaft zum Erhalt der Biodiversität. Magerweiden gehören zu den wertvollsten, gleichzeitig aber auch zu den gefährdetsten Lebensräumen der Schweiz, heisst es in einer Medienmitteilung. Viele dieser Flächen liegen an steilen Hängen, in abgelegenen Gebieten oder an Standorten mit schwierigen Bewirtschaftungsbedingungen. Ohne den Einsatz der Landwirtschaft würden sie langfristig verbuschen oder verwalden.
«Besonders schön ist für mich, dass wir hier sehen, wie eng Landwirtschaft und Naturschutz miteinander verbunden sind. In den letzten Jahren hat sich unser Blick auf die Weiden verändert: Was lange kritisch betrachtet wurde, unter anderem wegen der Trittschäden, wird heute als vielfältiger und äusserst wertvoller Lebensraum erkannt», betonte Urs Gimmi, Abteilungsleiter Natur und Landschaft des Kantons St.Gallen, in seiner Ansprache anlässlich der Siegerehrung der Weidenmeisterschaft St.Gallen Süd 2026 in Quarten.
Wertvoll sind nicht nur die sonnigen Weiden
Extensive Weiden sind nährstoffarm und bieten wertvolle Lebensräume zum Erhalt der Biodiversität. Ein besonderes Ergebnis der diesjährigen Begehungen: Ökologisch wertvolle Weiden finden sich nicht nur an trockenen und sonnigen Standorten. Auch schattige, feuchte und auf den ersten Blick unscheinbare Flächen können eine hohe Bedeutung für Tiere und Pflanzen aufweisen. Entscheidend sind die Strukturvielfalt und eine angepasste extensive Bewirtschaftung.
«Jede extensive Weide ist wertvoll. Auch schattige und eher feuchte Lagen können einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität leisten. Mit Strukturen wie Sträuchern, Einzelbäumen, Ast- und Steinhaufen, offenen Bodenstellen oder Totholz entstehen viele verschiedene Lebensräume, von denen zahlreiche Wildtiere und Insekten profitieren», sagte Daniela Paul vom Landwirtschaftlichen Zentrum St.Gallen.
Die Expertinnen und Experten erfassten deshalb nicht nur Pflanzenarten, sondern auch Strukturen wie Einzelbäume, Sträucher, offene Bodenflächen, Totholz, Felsblöcke oder Stein- und Asthaufen. Diese Elemente schaffen eine Vielzahl von Kleinlebensräumen und erhöhen den ökologischen Wert einer Weide erheblich. Für die Organisatoren sind nicht nur die Siegerflächen bemerkenswert.
Die Weidenmeisterschaft zeigt zudem, dass Landwirtschaft, Naturschutzorganisationen und kantonale Fachstellen gemeinsam an denselben Zielen arbeiten können. «Extensive Weiden sind weit mehr als reine Futterflächen. Sie sind wertvolle Lebensräume für eine grosse Vielfalt an Pflanzen und Tieren und prägen gleichzeitig unsere Kulturlandschaft. Ihre Pflege verlangt Fachwissen, Erfahrung und viel Ausdauer – gerade an steilen und schwer zugänglichen Lagen. Das Engagement der Landwirtinnen und Landwirte verdient deshalb grosse Anerkennung», sagte Anine Hungerbühler, stellvertretende Geschäftsführerin des St.Galler Bauernverbands. Die eigentliche Gewinnerin der Weidenmeisterschaft ist deshalb die Natur, schliesst die Medienmitteilung.
Weidenmeisterschaft: zwei Podestplätze für Landwirte der Region