Wurzeln der Werdenberger Landfrauen im Zentrum | W&O

Sevelen vor 2 Stunden

Wurzeln der Werdenberger Landfrauen im Zentrum

Der alljährliche Seniorennachmittag sorgte beim Publikum für viel Erheiterung.

Von PD
aktualisiert vor 2 Stunden
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Das Thema Wurzeln begleitet die Landfrauen aus Sevelen schon bald ein Jahr. Die Landfrauen besuchten die Heimat von verschiedenen Mitgliedern und stellten sich gegenseitig ihre Leidenschaften vor. Wurzelgemüse und Pflanzen, sowie gesundheitliche Themen wurden im vergangenen Jahr aufgegriffen. So wurde das Thema auch am alljährlichen Seniorennachmittag integriert, der in Sevelen die passend geschmückte Aula Galstramm füllen konnte.

Die Landfrauen haben sich mehrere Wochen für diesen einzigartigen Auftritt vorbereitet und warteten geduldig mit ihren Kindern und Grosskindern hinter der Bühne. Es wurde eingesungen, Texte wiederholt und Requisiten bereitgelegt. Pünktlich um 14 Uhr begrüsste Sandra Giger den beliebten Nachmittag, der diesmal unter dem Thema «Wurzeln» stand.

Klassen mit 40 Kindern und Einkaufen im Torgler

Zur Eröffnung sangen die beiden Landfrauen Käthi und Sandra im Duett «Zwüsched Gonzen und Hochkasten». Zwei Urgesteine aus Sevelen, Getrud und Marianne, erzählten von ihren wunderschönen Kindertagen in der Gemeinde. Sie berichteten in eindrücklichen Worten über die Unterschiede zwischen Dorf und Sevelerberg, gespickt mit «Sevler» Wörtern. Die Schulgeschichten mit Schulklassengrössen von 40 Kindern oder das Aussteigen der ganzen Klasse zum Schulzimmerfenster im Schulhaus Hof zeigten die Veränderungen im Gegensatz zu heute auf.

Es gehörte auch das Aufzählen der verschiedenen Einkaufsläden, wie zum Beispiel Konsum, Usego, Vorburgers Laden, Torgler, der Tante-Emma-Laden in der Briggla oder die drei damals noch bestehenden Metzgereien dazu. Ausgerüstet mit der Rittgeiss und den ersten Skiern fühlte sich jeder zurückversetzt zu seinen eigenen Wurzeln. Alle schwelgten in ihren Kindheitserinnerungen und so ging öfters ein Raunen und Lachen durch das Publikum, ein jeder spürte die Verbundenheit.

Herzige Kinder und sprachliche Unterschiede

Die Kinder erwärmten die Herzen mit dem Vortragen eines Gedichtes, dazu gab es einen «Jöö-Effekt» bei der jüngsten Mittänzerin. Die grossen Kinder, passend verkleidet, zeigten ihr Können in mehreren lustigen Sketchen und sorgten für Lacher unter den Gästen.

Themen wie der Schmuggel am Rhein wurden aufgegriffen oder Landwirtschaft und Verkauf von eigenen Lebensmitteln. Natürlich fehlte es auch nicht an musikalischer Darbietung, Michelle spielte die Schweizer Hymne auf ihrem Waldhorn.

Der sprachliche Unterschied auf einer Distanz von 15 Kilometern zwischen dem Sarganserland und Sevelen wurde von Karin eindeutig gehört. Sie erzählte von der Veränderung der Sprache und Ausdrücken, die sie nun in ihrem eigenen Lexikon zusammengefasst hat, um die Jungen besser zu verstehen. So sind nun alle aufgeklärt, dass es nicht mehr Schwarm oder heimliches Schätzli heisst, sondern die Jungen Wörter und Ausdrücke wie «Crush» (für Schwarm) oder «Ich bin so lost», was so viel heisst wie:

Ich bin so planlos.

Die Vielfalt der Wurzeln der Frauen war auch ersichtlich bei der Dekoration und dem Liedgut. Mit dem Landfrauenchörli reisten die Zuschauer singend durch die verschiedenen Kantone. Dies wurde auch beim Tanz der Landfrauen nochmals mit der Verkleidung mit den verschiedenen Kantonswappen dargestellt, und auch das Publikum wurde mitgerissen und animiert zum Mittanzen.

Musikalisch am Mischpult wurde der überaus gelungen «wurzelige» Nachmittag von Yves und Michi bereichert. Mit feinem Kuchen und Zopf liessen die Besucher und Landfrauen den geselligen Nachmittag ausklingen.