1177 Käse stellten sich der Konkurrenz bei den vom Dachverband Fromarte dieses Jahr zum 14. Mal durchgeführten Swiss Cheese Awards in Freiburg. Beurteilt wurde von 194 Juroren, davon 30 aus dem Ausland, in 32 Käse-Kategorien und das erste Mal in einer Butter-Kategorie. Mit Yvonne und Florian Tischhauser, Grabs, und Thomas Stadelmann, Unterwasser, kommen zwei Kategoriensiege aus dem Werdenberg und dem Obertoggenburg. Das geht aus einer Medienmitteilung hervor.
Den Sommer über auf drei Alpen
Dieses Jahr gingen sieben Kategoriensiege in die Ostschweiz: Raclette, Blauschimmelkäse, Ziegenkäse extrahart, hart und halbhart sowie Käseinnovationen und selbstredend Appenzeller, Glarner Alpkäse AOP und Bloder- und Sauerkäse AOP.
Florian und Yvonne Tischhauser stellen den siegreichen Mafuni’s Bloderkäse AOP her. Die Familie führt am Staudnerberg in Grabs einen landwirtschaftlichen Betrieb mit Jersey-Kühen. Den Sommer verbringen sie auf den Alpen Brand, Gamperfin und Gamsalp. Die Milch wird selbst in kleinen Kessi über dem Gasfeuer zu Bloderkäse AOP und Werdenberger Sauerkäse AOP verarbeitet. Der Kategoriensieg bedeutet der Familie viel. Sie pflegen stolz eine seit mehreren Generationen bestehende Tradition, während in ihrer Umgebung viele Betriebe die Herstellung von Bloder- und Sauerkäse aufgegeben haben. Der Käse wird direkt und auf den regionalen Märkten verkauft.
In ihrer Arbeit als Team fühlen sich auch die weiteren siegreichen Ostschweizer bestätigt. Es sind dies Thomas Stadelmann von der Käserei Stoffel, Nicolas Schmid von der Städtlichäsi Lichtensteig, Sämi Mani von den Milchspezialitäten Schönengrund, Marco Luchsinger von der Alpkäserei Flumserberge sowie Gabi und Christian Elmer-Freuler von der Alp Empächli Elm.
Grasland als Vorteil für die Schweiz
Christian Hofer, Direktor des Bundesamtes für Landwirtschaft, unterstrich bei der Preisverleihung in Freiburg den Wert und die Einzigartigkeit der Schweizer Käsekultur. In Zeiten von Veränderungen sei es wichtig, selbstbewusst Qualität als Trumpf auszuspielen. Er lobte das Engagement der Milchbauern und der Käser und versteht dies als Beitrag zur nachhaltigen Wertschöpfung der Schweizer Landwirtschaft. Als «pays herbeux», als «Grasland» habe die Schweiz einen entscheidenden Standortvorteil für exzellenten Käse.
Swiss Cheese Marketing, die Dachorganisation der Schweizer Käsebranche, nutzt die Swiss Cheese Awards, um die Botschaft der hohen Qualität des Schweizer Käses im Ausland zu festigen. Internationale Medien haben Interesse an der Veranstaltung, nehmen an der Jurierung teil und verbinden dies mit Besuchen in Käsereien und Reifelagern. Bei einem Export-Anteil von rund 40 Prozent (2025) ist dieser Austausch wichtig.
Buchvernissage einer Toggenburger Expertin
Und überdies: Auch die Wattwiler Käseexpertin und Kulinarik-Journalisten Nina Kobelt wollte wissen, wo es den besten Käse gibt. Sie reiste mit Velo, Zug und Auto durch die ganze Schweiz, um Regionen zu entdecken, in denen Käsespezialitäten hergestellt werden. Das Buch «Reif für Käse: Auf der Suche nach den Besten der Schweiz» wurde bei den Swiss Cheese Awards präsentiert.
Die Publikation lädt ein, selbst Käsereien zu besuchen und Menschen kennenzulernen, die Lebensmittel produzieren, das Handwerk und die Tradition mit der Offenheit für Innovation pflegen und somit für Vielfalt und Qualität stehen.
Zwei Kategoriensiege für Käse aus der Region