2025 war ein nur mässig gutes Pilzjahr – und ein Pilz wird seltener | W&O

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2025 war ein nur mässig gutes Pilzjahr – und ein Pilz wird seltener

Die Werdenberger Pilzkontrollstelle zieht Bilanz übers letzte Jahr. Und stellt dabei eine markante Veränderung der Ökologie in der Rheinebene fest.

Von pd
aktualisiert vor 2 Stunden
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Die Eschenwelke und das Absterben der Eschen haben die Ökologie der Rheinau verändert, heisst es im Bericht der Pilzkontrollstelle in den aktuellen Gemeindemitteilungen von Grabs. Und mit dem Fehlen der Eschen sei auch das Vorkommen der geschätzten Speisemorchel (Morchella esculenta) selten geworden.

Die Pilzsaison begann im 2025 bereits im Juli. Nicht zur Freude der Sammler fand der grosse Steinpilzschub aber während der Schonzeit im August statt. Maronen-Röhrling, Semmel-Stoppelpilz, Täublinge und Herbsttrompete kamen nicht häufig vor. Zigeuner/Reifpilz und die Kraterelle fehlten.

Viele Parasolpilze wurden gesammelt. Es mussten aber auch sehr viele verschimmelte, verdorbene Speisepilze entsorgt werden. Alles in allem ein mässig gutes Pilzjahr.

Die Pilzsaison in Zahlen

Die Kontrollstelle war vom 26. Juli bis zum 30. Oktober betreut. Gesamthaft wurden 77 Kontrollscheine für 65,4 kg Pilze (Buchs: 31, Grabs: 18, Gams: 5, Frümsen: 1, Sennwald: 2, Haag: 1, Sevelen: 7, Trübbach: 2, Weite: 4, Azmoos: 1, Balzers: 3, Vaduz: 1, Triesenberg: 1) ausgestellt.

Davon wurden 25,7 kg verdorbene, ungeniessbare und giftige Pilze entsorgt. Drei Kontrollen enthielten tödlich giftige Pilze (70 g Grüner Knollenblätterpilz, 50 g Spitzgebuckelter Raukopf, 70 g Giftschirmling). Auch weitere giftige Arten waren dabei: Fliegenpilze, Satanspilz, Kahler Krempling, Pantherpilz, Gemeiner Rettichhelmling, Karbol-Champignon und Spitzschuppiger Stachelschirmling.

Die Menge der essbaren Pilze betrug 39,7 kg.

Kleinkinder nahmen giftige Pilzli in den Mund

Es mussten letztes Jahr auch drei Fälle von Pilzvergiftungen abgeklärt werden. Im Garten knabberte ein Säugling an giftigen Heudüngerlingen. Ein anderer Säugling hatte ungeniessbare Milchweisse Samthäupchen eingenommen. Die eingenommene Menge war in beiden Fällen so klein, dass keine gesundheitlichen Folgen zu erwarten waren. Für das Kinderspital in St.Gallen war eine weitere Abklärung nötig. Anhand der Fotos konnte die Pilzart geklärt werden. Es handelte sich um einen essbaren Goldgelben Lärchenröhrling.