Architekturwettbewerb als nächster Schritt für den Neubau eines Feuerwehrdepots | W&O

13.09.2022

Architekturwettbewerb als nächster Schritt für den Neubau eines Feuerwehrdepots

In Rans/Oberräfis soll für über 20 Millionen ein neuer Stützpunkt für die Feuerwehr Werdenberg Süd, die Zivilschutz-Organisation Werdenberg und die Rettung St.Gallen entstehen.

Von Corinne Hanselmann
aktualisiert am 16.04.2023
Uns ist es wichtig, dass ihr versteht, wieso der Zweckverband Feuerwehr Werdenberg Süd ein neues Depot bauen möchte, wieso am geplanten Standort und wie der zeitliche Plan des Projekts ist.

Das sagte Markus Hofmänner, Präsident des Zweckverbands und Buchser Stadtrat, am Montagabend bei der Infoveranstaltung zum Neubauprojekt. Rund 40 interessierte Personen liessen sich im Seveler Gemeindesaal aus erster Hand informieren. Marcel Senn, Kommandant der Feuerwehr Werdenberg Süd (FWS), Roland Huber, Kommandant der Zivilschutz-Organisation Werdenberg (ZSO), und Ralf Gmür, Leiter Region Süd der Rettung St. Gallen, stellten ihre jeweiligen Organisation kurz vor. Denn die Idee ist, dass FWS, ZSO und die Rettung gemeinsam in das künftige Interventionszentrum einziehen, um Synergien nutzen zu können.

Sanierungsbedarf in Buchs und Sevelen

Die FWS, die sich 2021 aus den Feuerwehren Wartau, Sevelen und Buchs zusammenschloss, hat derzeit vier Standorte: Buchs, Sevelen, Trübbach und Oberschan. In den Gebäudeteilen des Depots Buchs, die aus den Jahren 1965, 1983, 1990 und 2008 stammen, gibt es ausgewiesenen Sanierungsbedarf. Unter anderem rinnt gemäss Markus Hofmänner das Dach und die Platzverhältnisse sind nicht optimal. Bereits 2017 wurde auf Anregung der Feuerwehr Buchs eine Machbarkeitsstudie erstellt, danach aber nicht weiterverfolgt, da die Thematik des Zusammenschlusses aktuell wurde. Auch in Sevelen ist Sanierungsbedarf gegeben: Das Grundgebäude des Depots ist rund 100-jährig. In Wartau sei die Ausgangslage in Bezug auf die Depots anders, so Hofmänner. Am Standort Trübbach wurde 1995 ein Depot gebaut und es gebe derzeit keine ausgewiesenen baulichen Mängel.

Es ist mit Fakten belegt: Bei den Standorten Buchs und Sevelen muss etwas gehen.
 Von links: Markus Hofmänner, Marcel Senn, Patrik Hämmerle, Roland Huber und Ralf Gmür informierten über das Neubauprojekt von Feuerwehr, Zivilschutz und Rettung.
Von links: Markus Hofmänner, Marcel Senn, Patrik Hämmerle, Roland Huber und Ralf Gmür informierten über das Neubauprojekt von Feuerwehr, Zivilschutz und Rettung.
Bild: Corinne Hanselmann

Miteinander vorwärts gehen

Als Teil des Zweckverbands ist natürlich auch Wartau von den Kosten mitbetroffen, obwohl das Depot zwischen Buchs und Sevelen gebaut wird. Hofmänner dazu: «Ich glaube es ist ganz wichtig, dass wir beginnen, als Wir zu denken und nicht mehr nur als Buchser, Seveler oder Wartauer.» Die Bevölkerung dieser Gemeinden habe entschieden: Wir wollen eine Feuerwehr sein. Um die Einsatzbereitschaft in Zukunft sicherstellen zu können, um miteinander vorwärts zu gehen, auch um den Nachwuchs zentral fördern zu können.

Meine persönliche Meinung: Wenn man zu etwas Ja gesagt hat, im Wissen darum, dass ein neues Depot angedacht ist, dann gehört es nun auch dazu, den nächsten Schritt gemeinsam zu gehen. Ich bin überzeugt: zu einem späteren Zeitpunkt wird auch in Wartau die Frage der Erneuerung kommen.

Zusammenführung von Sevelen und Buchs macht am meisten Sinn

Die Trägergemeinden haben zusammen mit den Feuerschutzkommissionen entschieden: Es macht am meisten Sinn, die Standorte Sevelen und Buchs zusammenzuschliessen. Die Argumente dafür: Es ist nur ein Neubau nötig, weitere Entwicklung am neuen Standort wäre möglich und die Einsparung von Material und Fahrzeugen ist grösser, als wenn Sevelen und Wartau zusammengeführt würden. Zudem ist die Einsatzhäufigkeit in Buchs und Sevelen am grössten. Bei der Suche nach einem geeigneten Standort war die Einhaltung der vorgegebenen Hilfsfristen ein massgebender Punkt, aber auch die Erreichbarkeit für die Angehörigen der Feuerwehr und die Verfügbarkeit eines 7000 bis 10'000 Quadratmeter grossen Grundstücks. Aufgrund verschiedener Ausschlusskriterien hat sich der Standort Quadrätscha in Rans/Oberräfis als einziger möglicher Standort herauskristallisiert. Er ist inzwischen im Richtplan des Kantons eingetragen und ist dafür vorgesehen, dort ein Feuerwehrdepot zu bauen. «Mit einem Vorvertrag hat man das Grundstück von Seiten des Zweckverbands gesichert», informierte Hofmänner.

Wir sind überzeugt, dass ein Depotneubau und der Zusammenzug von zwei Depots ein Puzzleteil ist für eine gute Zukunft des Zweckverbands.
 In Sevelen fand eine Infoveranstaltung zum Neubau statt.
In Sevelen fand eine Infoveranstaltung zum Neubau statt.
Bild: Archiv

Abstimmung im Jahr 2024, Bezug gegen Ende 2026

In diesem Herbst soll nun ein Projektwettbewerb gestartet werden. Die Baukommission hat in Zusammenarbeit mit Bauherrenberater Patrik Hämmerle von der Hämmerle Partner AG die Bedürfnisse für das neue Depot zu Papier gebracht. Damit soll nun in diesem Herbst ein Projektwettbewerb gestartet werden. Das vorgesehene Kostendach: 20 bis 24 Millionen Franken, ohne Bauland. Durch die Architektinnen und Planer anzugehende Themen sind unter anderem Sicherheit und Lärmschutz. Geplant ist, den Sieger der Architekturwettbewerbs im Frühjahr 2023 auszuwählen. Markus Hofmänner:

Wenn alles reibungslos laufen würde, könnten wir 2024 an die Urne gehen.

Wenn die Bevölkerung aller drei Gemeinden Ja stimmen würde und der Baustart in der ersten Hälfte des Jahres 2025 erfolgen könnte, wäre ein Bezug gegen Ende 2026 möglich.

Kritik am gewählten Standort

Nach rund einer Stunde geballter Information der verschiedenen Referenten hatten Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Dabei gab hauptsächlich der geplante Standort zu reden. Ob denn die Hilfsfrist für Strassenrettungen eingehalten werden könne, wenn das neue Depot weiter weg von der Autobahn zu stehen kommt, fragte ein Anwesender. FWS-Kommandant Marcel Senn dazu:

Die Hilfsfrist könnte auch vom neuen Standort aus ohne Probleme eingehalten werden. Die Qualität wird nicht schlechter.

Auch mehrere Einwohner von Rans sprachen den Standort an. Aus ihrer Sicht ist Quadrätscha – «50 Meter vor dem Schlafzimmerfenster» – der falsche Standort. Einerseits wegen der Lärm- und Verkehrsbelastung und Sicherheitsbedenken, denn die Feuerwehr leistet rund 160 Einsätze jährlich, die Rettung rund 1100 (jedoch weniger als die Hälfte mit Blaulicht/Sirene). Andererseits aber auch, weil «die Feuerwehr mindestens zehn Minuten länger braucht, um zu einem Einsatzort in der Stadt Buchs zu gelangen». Marcel Senn liess dies nicht gelten. Da die Angehörigen der Feuerwehr nicht nur aus Buchs, sondern auch von Sevelen her kommen, würden die Einsatzzeiten nicht länger, sondern «eher noch kürzer». «Wo wir in Zukunft auf viel grössere Probleme stossen werden in Bezug auf die Einsatzzeiten, sind die 30er-Zonen», so Senn.

 Marcel Senn ist der Kommandant der Feuerwehr Werdenberg Süd, zu der sich die Feuerwehren Buchs, Sevelen und Wartau per 1.1.2021 zusammengeschlossen haben.
Marcel Senn ist der Kommandant der Feuerwehr Werdenberg Süd, zu der sich die Feuerwehren Buchs, Sevelen und Wartau per 1.1.2021 zusammengeschlossen haben.
Bild: Hansruedi Rohrer

Warum nicht auf der anderen Strassenseite?

Einwohner von Rans zeigten sich verwundert, dass 50 Meter neben einem Wohnquartier, das Optionen hätte um erweitert zu werden, ein Feuerwehrdepot gebaut werden soll. Warum man nicht auf der anderen Strassenseite, also zwischen Bahnlinie und Hauptstrasse, bauen könne? Der Lärm der Kompressorhörner, die beim Einbiegen auf die Hauptstrasse eingeschaltet werden, wäre dann eher mehr, gab Marcel Senn zu bedenken. Beim jetzt ausgewählten Standort gehe der Klang eher in Richtung Rhein. Zudem sind die dortigen Landwirtschaftsflächen fast vollständig als Fruchtfolgeflächen definiert, die schwierig umzuzonen sind. Markus Hofmänner bedankte sich für das Interesse und für die kritischen Voten. Es sei auch die Idee eines Infoanlasses, solche Punkte aufzunehmen. Bei einem Apéro diskutierten die Anwesenden noch weiter.