Ausstellung über Kunstmalerin und Skipionierin Hedwig Scherrer | W&O

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Ausstellung über Kunstmalerin und Skipionierin Hedwig Scherrer

Im Waldhaus des Hotels Hirschen ist noch bis 29. März eine Ausstellung der Hedwig-Scherrer-Stiftung zu sehen.

Von PD/W&O-Redaktion
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Im  Vor mehr als 100 Jahren war der «Hirschen» noch Poststation an der Linie Nesslau–Buchs. Der damals junge st.gallisch-appenzellische Skiclub fand in Ebnat-Kappel ein altes Bauernhaus in Girlen als Stützpunkt. Regelstein und Tanzboden waren Tourenziele, die auch die junge Malerin Hedwig Scherrer (1878–1940) mehrfach besuchte, als eine der ersten Skifahrerinnen. Entsprechende Zeugnisse sind in Karikaturen aus ihrer Hand erhalten. Auf einer davon kniet sie als Bittstellerin vor dem Wetterapostel St.Petrus und fleht um eine Portion Pulverschnee.

Der Wintersport zog sie ins Obertoggenburg

Hedwig Scherrer war mit ihren Eltern von Sulgen TG nach St.Gallen gezogen und fand als junge Frau den Einstieg in die Ausbildung zur Kunstmalerin. Sie betätigte sich in verschiedenen Sparten: Porträt, Buchillustration, Plakate, Landschaftsmalerei, Miniaturen, Kalligrafie und so weiter.  Nach Abschluss der Studien in München und Paris erbaute sie sich in Montlingen einen Zweitwohnsitz.

Der Wintersport zog sie bald ins Obertoggenburg, und so fand sie im Hotel Hirschen Unterkunft. Neben den «Brettern» kamen aber auch ihre Farbstifte zum Einsatz. So sind an die 15 Winterdarstellungen als farbige Zeichnungen erhalten. 

Die Beziehung zur Hotelfamilie Walt gedieh. Hedwig Scherrer übergab ihr Ende 1928 Bestandteile eines Pavillons der Schweizerischen Ausstellung für Frauenarbeit (Saffa) in Zürich. Diese wurden im privaten Wohnhaus hinter dem Hirschen, dem sogenannten Waldhaus, fragmentarisch eingebaut.

Stiftung ermöglichte Ausstellung

Auch Hedwig Scherrers Vater, Josef Scherrer-Füllemann, seines Zeichens Anwalt, Parteigründer und Magistrat, hielt sich immer wieder im «Hirschen» auf. Er unterstützte seine Tochter und gründete eine Familienstiftung für junge Talente. Diese lag jahrzehntelang im Dornröschenschlaf und konnte endlich wieder zum Leben erweckt werden. Aus diesem Anlass entstand die Wanderausstellung.

Die Ausstellung im «Hirschen» ist bis 29. März täglich von 14 bis 19 Uhr geöffnet oder nach Vereinbarung mit der Hotelrezeption.