Bibliothek unter Druck | W&O

Buchs vor 7 Stunden

Bibliothek unter Druck

Dorine Schruf schreibt in ihrem Leserbrief, dass es zeitnah Lösungen und Sicherheiten braucht, damit Buchs weiterhin das Privileg einer Bibliothek mit breitem Angebot für die Bevölkerung bieten kann.

Von Dorine Schruf
aktualisiert vor 7 Stunden

«Ein sehr ereignisreiches Vereinsjahr», Ausgabe vom 2. April

Es ist vollbracht! Die Bibliothek Buchs ist in den neuen, grossen Räumlichkeiten angekommen – zumindest die Bücher und das Personal sind vor Ort, um wirklich anzukommen, wird es wohl noch einige Zeit brauchen.

Am 27. März fand die erste Hauptversammlung am neuen Standort statt. Der Abend war gut besucht und die Anwesenden konnten den verschiedenen Berichten lauschen, Verabschiedungen waren Bestandteil und Neuwahlen für das Präsidium wie auch den Vorstand. Den Artikel im W&O dazu haben aufmerksame Lesende bereits entdecken können und so einen Einblick ins letzte, sehr herausfordernde Vereinsjahr erhalten.

Hat man dem Jahresbericht der Bibliotheksleiterin aufmerksam zugehört, wird einem beim Lesen des HV-Berichtes auffallen, dass über wesentliche Punkte nicht oder nur am Rand berichtet wurde. Die Schwierigkeiten wurden eher in Dank verpackt und in deutlich abgeschwächter Version dargestellt. Theres Schliengers Bericht hingegen bot einen transparenten Einblick ins Geschehen. Auch sie spricht von einer Erfolgsgeschichte, von einer Zunahme an lesebegeisterten Menschen, von der stetig steigenden Zahl von ausgeliehenen Medien – sie berichtet aber auch von den schwierigen Gesprächen in der Planungsphase, von den vielen Abstrichen, die gemacht werden, davon, dass wichtige bibliothekarische Elemente nicht priorisiert werden konnten und das präsentierte Budget sehr kurzfristig den Betrieb aufrechterhalten kann. 

Sie spricht von den enormen täglichen Herausforderungen für die Angestellten und von den über 1000 ehrenamtlichen Stunden, die investiert wurden und ohne die es die Bibliothek Buchs nicht mehr geben würde. Den Zuhörenden wurde aufgezeigt, was die knappen und teilweise auch unsicheren finanziellen Mittel für den Betrieb dieses wichtigen Begegnungs- und Bildungsortes bedeuten. Angefangen bei der Aktualität der Medien, der Vielfalt dieser, den eingeschränkteren Öffnungszeiten, weniger Veranstaltungen, begrenzten Möglichkeiten für Schulklassen, strukturellen Schwierigkeiten und zum Schluss einer schieren Unmöglichkeit, einen attraktiven Arbeitsort mit fairen, zeitgemässen Bedingungen darzustellen.

Ja, das Projekt BiLuWe steht in den Anfängen, da darf es rumpeln und es bedarf einer Findung auf unterschiedlichen Ebenen. Die grossen Sorgen dürfen aber nicht aufgeschoben werden, es braucht zeitnah Lösungen und Sicherheiten, damit Buchs weiterhin das Privileg einer Bibliothek mit breitem Angebot für die Bevölkerung bieten kann. Der attraktive Standort bietet viel Potenzial, zieht Menschen an, schafft Begegnungsmöglichkeiten, macht Bildung zugänglich und trägt zu einer lebenswerten Stadt bei!

Dorine Schruf, Mooshalde 4, 9470 Buchs