Die Wasserreservoirs aus der Gründerzeit am Buchserberg werden ersetzen | W&O

04.04.2022

Die Wasserreservoirs aus der Gründerzeit am Buchserberg werden ersetzen

Dank optimaler Witterung kommen die herausfordernden Bauarbeiten im Buchser Tobeläckerli gut voran.

Von heini.schwendener
aktualisiert am 28.02.2023
Die zwei Trink-, Brauch- und Löschwasserreservoirs im Tobeläckerli unterhalb des gleichnamigen Trinkwasserkraftwerks, das 1903 gebaut wurde, haben Jahrgang 1902. Sie stammen aus der Gründerzeit des Elektrizitäts- und Wasserwerks Buchs (EWB). Ihr Volumen von je 300 m3 reicht – auch zusammen mit dem 1910 gebauten Reservoir (650 m3) – nicht mehr.

Menge des täglichen Verbrauchs wird abgedeckt

Nun wird an einem neuen Reservoir gebaut (vgl. Artikel im Kasten). Das viereckige Reservoir ersetzt dereinst die drei runden Behälter und fasst 3000 m3 Brauchwasserreserve und 500 m3 Löschwasserreserve. Diese 3500 m3 entsprechen dem täglichen Wasserverbrauch der Stadt Buchs.
 Die Hälfte eines von zwei alten Reservoirs steht noch. Seine Wände waren nur 15 Zentimeter dick, das Volumen betrug 300 m3. Das neue Reservoir fasst total 3500 m3.
Die Hälfte eines von zwei alten Reservoirs steht noch. Seine Wände waren nur 15 Zentimeter dick, das Volumen betrug 300 m3. Das neue Reservoir fasst total 3500 m3.
Mit den Ausmassen von 36 m Länge, 36 m Breite und knapp 6 Metern Höhe erscheint das Bauwerk (inklusive Rohrraum und Betriebsraum) riesig neben dem Überbleibsel eines der alten Reservoirs, das bisher noch nicht abgebrochen wurde. Die Wände der alten Reservoirs erscheinen filigran neben den massiven Mauern des neuen.

Projektleitung, Bauführer und Arbeiter sind gefordert

Bei einer Baustellenführung erklärten die verantwortlichen Fachleute die besonderen Herausforderungen dieser Grossbaustellen am Fusse des Buchs­erbergs. So musste beispiels­weise bergseitig Fels gesprengt werden, denn mit einem Hammer war ihm nicht beizukommen. Das herausgesprengte Felsmaterial, rund 500 m3, wurde vor Ort gebrochen und wieder als Fundation für das riesige Reservoir verwendet. Das Aushubmaterial von 5500 m3 wurde im Steinbruch deponiert, später kommt es wieder zurück ins Tobeläckerli. Wie seine kleinen Vorgänger wird auch das neue Reservoir komplett erd-überdeckt. So wird das Wasser vor Temperaturschwankungen geschützt.
 Philipp Grüninger von der Projektleitung (F. Preisig AG, Bauingenieure und Planer SIA USIC, Buchs) erklärt den Aufbau der dicken, sechs Meter hohen Reservoirwände.
Philipp Grüninger von der Projektleitung (F. Preisig AG, Bauingenieure und Planer SIA USIC, Buchs) erklärt den Aufbau der dicken, sechs Meter hohen Reservoirwände.
Das Betonieren des Reservoirs stellt die Arbeiter vor besondere Herausforderungen. Der Beton muss lange und vorsichtig fibriert werden, damit keine Blasen entstehen. Der Boden sowie die Wände des Reservoirs müssen glatte Oberflächen haben. Alle müssen also sehr genau arbeiten.

Wetter begünstigte den Baufortschritt

Die warmen März-Temperaturen haben den Baufortschritt stark begünstigt. Für ein Trinkwasserreservoir darf dem Beton keine Chemie zugeführt werden, was auf anderen Baustellen hilft, um bei tieferen Temperaturen trotzdem betonieren zu können. Auch die Armierungseisen müssen sehr genau verlegt werden, damit sie an keiner Stelle mit dem Wasser in Kontakt geraten und rosten können. Insgesamt werden 250 Tonnen Armierungseisen verbaut.   4,576 Millionen Franken kostet das neue Reservoir 2011 wurde die Bürgerschaft über die etappenweise Erneuerung der Anlagen des EWB am Buchserberg informiert. Inzwischen läuft die dritte und letzte Etappe, der Neubau des Reservoirs Tobeläckerli. 2020 wurde der Kreditantrag für 4,576 Millionen Franken an einer Urnenabstimmung gutgeheissen. Kommen die Bauarbeiten weiterhin optimal voran, könnte die Anlage noch Ende dieses Jahres in Betrieb gehen, sagt Matthias Ensinger von der Projektleitung (F. Preisig AG, Buchs) an einer Baustellenführung. Etappe 1 wurde 2012 bis 2014 realisiert (Erneuerung Trinkwasserkraftwerk Malschüel und Tobeläckerli), Etappe 2 von 2016 bis 2019 (Sicherung Tobelbach; Sanierung Quellen Carnol und Quellableitungen bis Schlipf; Erneuerung Trinkwasserkraftwerk Vorderberg, Anlage Tobel). (she)