Dominoeffekt: Technologiefirma Soplar streicht 30 Arbeitsplätze | W&O

Altstätten vor 6 Stunden

Dominoeffekt: Technologiefirma Soplar streicht 30 Arbeitsplätze

Der Altstätter Industriebetrieb Soplar bekommt wirtschaftliche Probleme seiner Kundin, der Vorarlberger Alpla-Gruppe, faustdick zu spüren. Soplar baut deshalb 30 der 139 Stellen ab.

Von Thomas Griesser Kym
aktualisiert vor 5 Stunden

Die Rheintaler Industriefirma Soplar SA baut an ihrem Standort in Altstätten 30 Stellen ab. Das schreibt auf Anfrage der Firmen- und Technologiechef Christian Karg. Der Abbau folgt nach einem Konsultationsverfahren mit der Belegschaft. «Den betroffenen Mitarbeitenden werden derzeit Aufhebungsvereinbarungen angeboten», schreibt Karg. Ursprünglich war Soplar davon ausgegangen, dass bis zu 33 Arbeitsplätze verloren gehen könnten. Insgesamt beschäftigt die Firma 139 Angestellte.

Soplar stellt Verpackungsmaschinen für die weltweit aktive Vorarlberger Alpla-Gruppe her. Diese produziert Kunststoffverpackungen für Nahrungsmittel, Getränke, Kosmetik- und Pflegeprodukte, Reinigungs- und Waschmittel, Motoröl und Schmierstoffe. Das Unternehmen leidet unter rückläufiger Nachfrage und will Kosten senken. Diese Probleme schlagen nun auf Soplar durch. Alpla selbst will bis Ende 2026 am Stammsitz in Hard am Bodensee bis zu 155 Stellen streichen.

Soplar ist technologisch führend

Soplar wurde Anfang 1978 mit drei Mitarbeitenden gegründet. Dies mit dem Zweck der Herstellung und des Handels mit Maschinen der Verpackungsindustrie. Begonnen hat das Unternehmen mit Extrusionsblasanlagen. Später wurde das Portfolio um Streckblasanlagen zur Fabrikation von PET-Flaschen erweitert.

Nach der Jahrtausendwende gelang es Soplar, ihr selbst entwickeltes, hocheffizientes Extrusionsblasverfahren «Blow Molding Unlimited» (BMU) am Markt zu etablieren. Dieses habe der Kundschaft «entscheidende technologische Vorteile» gebracht. Zudem gründete Soplar eine Niederlassung in Indien zwecks Kundennähe und Präsenz im asiatischen Markt.

Die 1955 gegründete Alpla-Gruppe zählt über 25'000 Mitarbeitende in 206 Produktionswerken in 45 Ländern. 66 dieser Werke sind Inhouse-Werke. Diese produzieren die Kunststoffverpackung im Betrieb des jeweiligen Kunden direkt vor dessen Abfüllanlage. In Vorarlberg sind 1370 Angestellte tätig. 2025 setzte Alpla 5,2 Milliarden Euro um.