Erfolgreich ein erstes Seminar durchgeführt für eine bessere Zukunft in Afrika | W&O

15.02.2023

Erfolgreich ein erstes Seminar durchgeführt für eine bessere Zukunft in Afrika

Der Verein «Solidarität für eine Welt Buchs-Grabs-Sevelen» unterstützt ein Entwicklungsprojekt in Kamerun.

Von PD
aktualisiert am 28.02.2023
Durch die Spendenaktion von «Solidarität für eine Welt Buchs-Grabs-Sevelen» wurde diesen Januar in Kamerun ein erstes Seminar «Erfolgreich studieren – Training für Trainer» finanziert. Die rund 50 Teilnehmenden setzen sich für einen besseren Bildungsstandard in Afrika ein. Die beiden Grabser Christoph und Sara Rhyner sind zurzeit für ein Jahr in einem Entwicklungsprojekt im Einsatz, in dessen Rahmen das Seminar durchgeführt wurde. Im Seminar lernen Studierende, wie man den Wissensberg des Studiums mit weniger Aufwand, mehr Spass und weniger Stress erklimmt. Behandelt werden Themen wie Lesetechniken, Lernstiltest, proaktives Denken, Tagesleistungskurve, Nützliches aus der Schlafforschung und effektive Prüfungsvorbereitung.  Urs Wolf, Autor des Seminars, hat zusammen mit seiner Frau Heidi Wolf verschiedene Bücher übers Lernen herausgegeben.

Dreitägige Reise zum Seminar

«Das Bildungsniveau ist in den letzten Jahren gesunken. Dadurch können die Rebellen junge Leute einfacher manipu­lieren», erzählt Sostène, ein Geschichtsdozent in der Zen­tralafrikanischen Republik. Er hat am Seminar in Kamerun teilgenommen. Um dabei zu sein, hat Sostène eine dreitägige Reise im Minibus auf schlechten Strassen auf sich genommen. Er hat kaum genug zum Leben und ist stark abgemagert. Er erzählt, dass die Hälfte aller Zentralafrikaner mehr Hunger als Essen hätten. Niemals könnte er die Seminarkosten bezahlen. Sei­ne Teilnahme verdankt er der Spendenaktion von «Solidarität für eine Welt» und der Grosszügigkeit der Werdenbergerinnen und Werdenberger.

Neue didaktische Methoden gelernt und angewendet

Das Seminar vermittelt Studierenden Lerntechniken. Für den Kameruner Clinsen war es der Schlüssel zu seinem Universitätsabschluss. «Im Studium hatte ich einen französischsprachigen Dozenten an der englischsprachigen Universität», erzählt Clinsen. Weiter hält er fest:
Wir haben in der Vorlesung kaum etwas verstanden. Dank der Lesetechniken aus dem Seminar ‹Erfolgreich studieren› konnte ich mir einen raschen Überblick über den Unterrichtsstoff verschaffen. Ich gehörte zu den wenigen, die die Prüfung bestanden.
Clinsen möchte nun selbst Seminare halten und Studierende coachen. Im Training für Trainer hat er neue didaktische Methoden gelernt und in praktischen Übungen angewendet. Am diesjährigen Seminar für Trainer unterrichtet auch Elvine und erzählt von ihren Erfahrungen. Sie ist Hochschuldozentin in Kamerun. 2020 bestand nicht mal die Hälfte an ihrer Hochschule die Prüfungen. Sie gründete an ihrer Hochschule einen Club und vermittelt seither Lerntechniken und -strategien. 2022 bestanden 75 Prozent der Schüler die Prüfungen. Solche Erfolge ermutigen die 50 Seminarteilnehmenden aus Kamerun, Nigeria, Kongo (Brazzaville), Gabun und der Zentral­afrikanischen Republik.

Leistung statt Bestechung

Wie Pädagogen in weiten Teilen Afrikas, verdient auch Teilnehmer Joel nur wenig. Doch er verzichtet auf die gängige Praxis «Geld für gute Noten». Joel wehrt sich gegen die Korruption. Ihm liegen die Studierenden am Herzen, darum setzt er sich für ihre Bildung ein.