Es war eine dem Anlass entsprechend feierliche Veranstaltung, als kürzlich die Abschlusszeugnisse der Absolventinnen und Absolventen der Fachmittelschule an der Kanti überreicht wurden. Schöne und elegante Festkleidung bestimmte das Bild. Was den leger gekleideten Festredner Marius Tschirky doch etwas in Verlegenheit brachte: «Das ist die erste Abschlussrede, die ich halte. Und ich habe schon festgestellt: Ich bin völlig underdressed!» Was aber seiner originell und mit viel Humor vorgetragenen Rede in keiner Weise schadete.
Tschirky, Kinderliederkomponist, Musiker und Naturpädagoge, berichtete aus seinem im Beruf nicht unbedingt geradlinig verlaufenen Leben. «Die einzige Ausbildung, die ich vorweisen kann, ist die als eidgenössisch diplomierter Kindergärtner. Und diese einzige Berufsausbildung könnte ich heute vermutlich nicht mehr machen. Denn jetzt ist diese Ausbildung universitär, und man braucht eine Maturität. Was ich als Dyskalkuliker, also als Mensch, der bei allem, was mit Zahlen zu tun hat, ähnlich einem Legastheniker ist, niemals geschafft hätte.» Dennoch sei er ein erfolgreicher Musiker und habe drei grosse Marketingpreise gewonnen. Und warum? Weil er seine Leidenschaft, seine Passion gefunden habe.
Alles, was ich tue, ist nicht Arbeit, sondern Vergnügen. Ich brenne für das, was ich tue. Und genauso muss es euch allen auch gehen. Sucht und findet heraus, was euch antreibt, euch am Morgen aufstehen lässt, wofür ihr brennt. Dann habt ihr auch eure Zukunft gefunden!
In drei Jahren mehr als 3500 Lektionen besucht
Bereits vor dieser leidenschaftlichen Rede hatte Patrik Good als Prorektor der Fachmittelschule alle Anwesenden herzlich in der Aula begrüsst. Die Absolventinnen und Absolventen, ihre Eltern und Angehörigen und Freunde hatten die Aula gut gefüllt. Prorektor Good warf in seiner Begrüssung einen Blick zurück auf die letzten drei Jahre, in denen die jetzigen Absolventen mehr als 3500 Lektionen gefolgt seien und auf dem Weg zwischen den verschiedenen Unterrichtszimmern überschlagsmässig insgesamt 160 Kilometer zurückgelegt hätten.
Doch was hat diese Zeit gebracht? Patrik Good zitierte den dänischen Philosophen Søren Kierkegaard: «Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden.» – «Genauso, wie nicht absehbar ist, wie sich unsere Handlungen später auswirken, ist auch nicht erkennbar, ob und was am Gelernten in Zukunft dienlich sein kann. Erst im Rückblick erkennt man, welche Inhalte, Fähigkeiten oder Erfahrungen tatsächlich hilfreich waren.»
Abschliessend durfte Patrik Good in Richtung seiner Eleven feststellen:
Wie es auch immer im Einzelfall weitergeht. Ihr habt euch mit dem heutigen Abschluss ein Stück Freiheit in der Gestaltung eurer persönlichen Zukunft erkämpft.
Absolventinnen aus der Region
Fachmittelschule Pädagogik:
- Riana Aebi, Sennwald
- Sarah Ajgeraj, Buchs
- Michelle Ann Hochuli, Werdenberg
- Lejla Loznica, Buchs
- Alejna Redjepi, Buchs
Fachmittelschule Gesundheit:
- Tina Roduner, Sennwald
Fachmittelschule abgeschlossen: «Ihr werdet eure Passion finden»