«Ruedi Noser greift eigene Bundesrätin an», Ausgabe vom 30. April
Eigentlich wollte ich nun ernst machen mit einer längeren Leserbrief-Abstinenz. Der W&O-Artikel über den Noser-Angriff auf die Bundesrätin hat mir aber «den Deckel gelupft». Der Ex-National- und Ständerat ist ein erfolgreicher IT-Unternehmer und setzt sich wirkungsvoll auch für die Familien-, Mittel- und Kleinbetriebe in der Schweiz ein.
Im Fall der Causa BR Keller-Sutter und UBS ist er aber komplett in die Falle des UBS-CEO Ermotti geraten: Der bonusorientierte operative Chef der Grossbank entlässt nun noch ungehinderter und umfangreicher auch verdiente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. So kann er seine Entgelte, den UBS-Reingewinn und eben den Börsenkurs optimieren und gleichzeitig als einen wesentlichen Grund für seine Entlassungswelle die bundesrätlichen, höchst vertretbaren Auflagen anführen. Sorry, aber das sind doch plump durchsichtige Machenschaften.
Nebenbei: Noser war sieben Jahre lang bis zum Zusammenbruch der CS im Verwaltungsrat der Credit Suisse Asset Management AG. Leider auch aus der FDP-Ecke: Natalia Ferrara, Vizepräsidentin des Schweizerischen Bankpersonalverbands und prominente FDP-Frau im Südkanton, macht wacker mit im Bashing gegen BR Keller. Ob auch ihre Aktionen langfristig dem Personal dienen, bleibt mehr als offen. Ohne moralisierend zu sein, aber gerade einer gewissen Vertretung «meiner» FDP würde etwas mehr Souveränität und Fairness nicht schaden.
Gallus Erne, Kerbelstrasse 20, 9470 Buchs
FDP-Noser in der Ermotti-Falle