Gartentipp: Pflanzzeit im Gemüsebeet | W&O

Region 17.04.2026

Gartentipp: Pflanzzeit im Gemüsebeet

Keine Angst vor den Eisheiligen: Der Kopfsalat ist ein Pragmatiker.

Von Bert Stankowski
aktualisiert am 17.04.2026

Sobald die Tage länger werden, steigt nicht nur die Temperatur, sondern auch die Ungeduld der Gärtnerinnen und Gärtner. Endlich wieder Erde unter den Fingernägeln statt Wintermüdigkeit in den Knochen. Die Beete rufen und wir folgen dem Ruf bedenkenlos.

Doch bald kommt er, dieser fast schon mythische Termin: der 15. Mai, besser bekannt als das Ende der Eisheiligen. Ein Datum, das irgendwo zwischen Bauernweisheit und leiser Drohung über unseren Beeten schwebt. Pflanzt man zu früh, droht ein frostiger Denkzettel. Wartet man geduldig, fühlt man sich fast ein wenig übervorsichtig.

Echter Pragmatiker im Beet

Ganz so streng nehme ich es nicht. Wer behutsam vorgeht, darf auch früher loslegen. Besonders der Kopfsalat zeigt sich erfreulich unbeeindruckt von kühlen Nächten. Ein echter Pragmatiker im Beet: robust, geduldig und zuverlässig.

Zur Sicherheit bekommen meine frühen Pflänzchen eine Decke aus Gartenvlies. Das wirkt wie ein nächtlicher Gute-Nacht-Kuss der Gartenfee und schützt vor kalten Überraschungen. Und siehe da: Vor allem die Kohlrabi danken es mit erstaunlichem Tempo. Kaum gesetzt, schon kräftig gewachsen, fast ein wenig Strebertyp. Die Mischkultur ist wahrlich eine gute Sache, denn einige Arten unterstützen sich wirklich und der Schädlingsdruck wird gemildert. Denn wo «Schädlinge» sind, leben auch die Nützlinge in Saus und Braus.

Salat und Kohlräbli lassen sich übrigens gut in einer Reihe und in wechselnder Position setzen. Wer weiss, vielleicht unterstützen sie sich sogar gegenseitig? Eine Prise Biodünger schadet jedenfalls nicht. Bei mir bekommt jeder Setzling ein kleines «Löffele» Futter mit auf die Reise.

Und etwa zehn Wochen später stellt sich unweigerlich der Erfolg ein: die Ernte. So beginnt die Saison, mit Hoffnung, ein bisschen Risiko und der leisen Gewissheit, dass die Natur ohnehin das letzte Wort hat. Und wir?

Wir graben weiter. Die Eisheiligen können, ohne uns grosse Probleme zu machen, ruhig kommen. Denn wir sind gut gewappnet.

Gartentipp: Pflanzzeit im Gemüsebeet

Bert Stankowski
Weisslingen
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