Gemeinde unterstreicht mehr Spielraum bei Ortsplanungsvorlage | W&O

Sevelen vor 1 Stunde

Gemeinde unterstreicht mehr Spielraum bei Ortsplanungsvorlage

Kürzlich informierte die Gemeinde Sevelen über die Ortsplanungsrevision, über die am Sonntag, 27. September, an der Urne entschieden wird.

Von PD
aktualisiert vor 1 Stunde

Am Sonntag, 27. September, entscheiden die Stimmberechtigten der Gemeinde Sevelen an der Urne über die neue Rahmennutzungsplanung mit Baureglement sowie den Zonenplänen für das Tal- und Berggebiet. 

Gemeindepräsident Eduard Neuhaus orientierte im Gemeindesaal Drei Könige die interessierte Bevölkerung über die bevorstehende Urnenabstimmung. Ziel des Abends war es, die Inhalte der neuen Rahmennutzungsplanung zu erläutern und offene Fragen zu beantworten. Die Vorlage ist das Ergebnis eines mehrjährigen Planungsprozesses mit öffentlichen Mitwirkungen, Auflageverfahren, Einsprachen und verschiedenen Anpassungen.

Neue Vorgaben verlangen angepasste Instrumente

Der Gemeinderat unterstrich seine Überzeugung, dass mit der vorliegenden Planung eine ausgewogene Lösung vorliegt. Sie ermögliche eine massvolle Weiterentwicklung innerhalb der bestehenden Bauzonen und schaffe gleichzeitig klare Rahmenbedingungen für den Erhalt der Wohnqualität, des Dorfcharakters und der Landschaft.

An der Veranstaltung wurde erläutert, weshalb die Seveler Rahmennutzungsplanung mit Baureglement und Zonenplänen überarbeitet werden musste. Grundlage bilden gesetzliche Vorgaben von Bund und Kanton, die unter anderem auf den Volksentscheid zur Revision des Raumplanungsgesetzes aus dem Jahr 2013 zurückgehen. Seither haben sich die Anforderungen an einen haushälterischen Umgang mit dem Boden weiterentwickelt,  hält die Gemeinde in einer Medienmitteilung fest.

Mit dem Inkrafttreten des neuen Planungs- und Baugesetzes des Kantons St.Gallen im Jahr 2017 sind zudem sämtliche Gemeinden aufgefordert, ihre Planungsinstrumente bis 2030 an die neuen Rahmenbedingungen anzupassen.

Jonas Schuster vom begleitenden Fachbüro erläuterte die konkreten technischen Änderungen der Revision sowie die künftig geltenden Regelungen. Speziell eingegangen wurde beispielsweise auf den Systemwechsel von der bisherigen Ausnützungsziffer eines Grundstücks zur künftigen Baumassenziffer. Die Vertreter der  Gemeinde nahmen zudem – wie bereits in der Abstimmungsbroschüre – Stellung zu den zentralen Einwänden des Referendumskomitees.

Fragen zu Wachstum, Ortsbild und Verdichtung

Eduard Neuhaus betonte in der anschliessenden Diskussion, das neue Reglement ermögliche «eine Entwicklung der Gemeinde, jedoch mit Leitplanken und nicht um jeden Preis». Die Wortmeldungen aus der Bevölkerung betrafen unter anderem das erwartete Bevölkerungswachstum und dessen Zusammensetzung, mögliche Veränderungen des Ortsbildes, Befürchtungen hinsichtlich höherer Gebäude sowie Fragen zu Parkierung und Verkehrssicherheit in den Quartieren.

Die neuen Planungsgrundlagen der Gemeinde würden der Bauherrschaft in verschiedenen Bereichen mehr Spielraum bei der Nutzung und Gestaltung von Grundstücken und Gebäuden eröffnen. Gleichzeitig orientierten sich die neuen Planungsgrundlagen an den kantonalen und nationalen Vorgaben, wonach die bauliche Entwicklung verstärkt innerhalb der bestehenden Siedlungsgebiete stattfinden soll.

Zum Abschluss verwies der Gemeinderat auf seine bereits in der Abstimmungsbroschüre festgehaltene Empfehlung, der Rahmennutzungsplanung mit Baureglement sowie den Zonenplänen zuzustimmen. Für Fragen stehen die zuständigen Fachpersonen sowie der Gemeinderat zur Verfügung. Weitere Informationen sind unter www.sevelen.ch/ortsplanung zu finden.