Die Verabschiedung von Ursi Dommer prägte den Abend. Als langjährige Stiftungsratspräsidentin hatte sie Mintegra entscheidend mitgestaltet. In ihrer Rede verband sie Rückblick und Einordnung – und erklärte auch den Namen der Stiftung: Mintegra steht für Migration und Integration.
Ursi Dommer machte deutlich, wie vielfältig die Arbeit der Stiftung ist: «Es gehen Menschen aus 80 Nationen ein und aus. Die halbe Welt ist zu Gast.» Besonders hob sie die Mitarbeitenden hervor. Sie seien die grösste Stärke der Stiftung: «Sie sind mit ganzem Herzen bei der Arbeit.» Dafür sprach sie ihnen ihren ausdrücklichen Dank aus.
Im Anschluss übergab sie das Amt an ihren Nachfolger Stefan Frey, Präsident katholische Kirchgemeinde Buchs-Grabs. Stefan Frey würdigte die grosse Leistung seiner Vorgängerin. Er dankte Ursi Dommer für ihr langjähriges Engagement, ihre Energie und ihre Führung der Stiftung.
Gleichzeitig zeigte er sich respektvoll gegenüber der neuen Aufgabe. Mit Blick auf seine neue Aufgabe sagte er, es sei für ihn ein Start, «vielleicht mit zu kleinen Füssen in grosse Fussstapfen zu treten». Er betonte die weiterhin klare Ausrichtung der Stiftung: Mintegra arbeite politisch neutral. Die Integration der hier lebenden Menschen sei «wichtig und unglaublich wertvoll.»
Breite Abstützung und starke Partnerschaften
Die Stiftung Mintegra wird von der Stadt Buchs und der katholischen Kirchgemeinde Buchs-Grabs getragen. Seit 2013 beteiligt sich auch das Land Liechtenstein. Am Jubiläumsanlass würdigten Vertreter der Trägerschaften sowie weiterer Partnerinstitutionen die Arbeit der Stiftung in ihren Grussworten. Stadtpräsident Rolf Pfeiffer hob die Bedeutung der Stiftung für Buchs hervor. Sichtbar werde ihr Wirken unter anderem durch Projekte wie die Allee der Nationen. Mintegra unterstütze Menschen auch in anspruchsvollen Lebenssituationen.
Auch der Kanton St. Gallen unterstrich die lange Zusammenarbeit. Srdjan Dragojević, Co-Leiter der Abteilung Integration und Gleichstellung des Kantons St. Gallen, verwies auf die seit 2002 bestehende Leistungsvereinbarung für die regionale Fachstelle Integration – eine der ältesten Partnerschaften in diesem Bereich. Integration gelinge dort am besten, wo Menschen einander begegnen und gemeinsam Verantwortung übernehmen.
Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Liechtenstein wurde ebenfalls gewürdigt. Heidi Gstöhl, Leiterin des Amtes für Soziale Dienste Liechtenstein, betonte die vertrauensvolle Partnerschaft. Seit Juni 2024 betreibt Mintegra gemeinsam mit der Infra die Beratungsstelle Integration.li.
Die Wurzeln der Stiftung reichen in die 1970er-Jahre zurück. Damals betreuten Mitarbeitende am Grenzbahnhof Buchs täglich bis zu 1000 Saisoniers. Nach der Schliessung des Dienstes im Jahr 2000 entstand die Grundlage für die spätere Gründung von Mintegra.
Heute umfasst das Angebot unter anderem Sozialberatung, die Plattform HalloSG.ch sowie Projekte wie Müttertreff und Vorleseaktionen für Kinder. Einig waren sich die Anwesenden: In einer vielfältigen Gesellschaft bleibt lokal verankerte Integrationsarbeit auch in Zukunft unverzichtbar.
Grosse Vielfalt: Die halbe Welt war zu Gast