Haltestelle Trübbach-Fährhütte: Fehlplanung erster Güte | W&O

Trübbach • 03.11.2026

Haltestelle Trübbach-Fährhütte: Fehlplanung erster Güte

Aus Sicht von Bruno Ravelli ist die geplante Haltestelle Trübbach-Fährhütte kein Zukunfts-Projekt, sondern eine 14-Millionen-Fehlplanung.

Von Bruno Ravelli
aktualisiert vor 47 Minuten

Ich habe die Pläne und die Stellungnahmen gemäss W&O vom 16. September in der Gemeinde angeschaut und gelesen und mir die Augen gerieben. Da wird eine Haltestelle für 14 Mio. Franken geplant und es fehlt immer noch das Elementarste: der zweite Perron. Noch besser wäre ein Mittelperron, wie es üblich ist, damit man sicher und effizient ein- und aussteigen kann. Stattdessen ein Ein-Perron-Provisorium. Das ist keine Haltestelle für die Zukunft, das ist eine Haltestelle für die Schlagzeile.

Für wen bauen wir das eigentlich? Wenn man die Stellungnahmen liest, entsteht der Eindruck: Diese Haltestelle wird für einen Kantonsrat, einen Regierungsrat und eine Handvoll Arbeiter einer ortsansässigen Firma hingestellt. Für die grosse Mehrheit der Pendler in Trübbach und Azmoos bringt ein Halt, an dem kein Zug kreuzen kann, nur eines: Verspätungen im Halbstundentakt. In den letzten 16 Jahren wurden wir durch die Busse der RTB und Liemobil vorzüglich bedient.

Der alte Bahnhof Trübbach hatte zwei Perrons. Wir reissen Teile von ihm für 1,5 Mio. Franken ab und bauen für 12,7 Mio. etwas Kleineres und Unvollständiges neu auf. Das ist keine seriöse Verkehrspolitik, das ist ein Schildbürgerstreich.

Und jetzt kommt noch das Neueste hinzu (W&O vom 29. Oktober): Wir stecken mitten im ÖV-Sparwahnsinn. Kanton und Bund wollen Linien zusammenstreichen. Wenn wir schon am falschen Ort sparen sollten, dann aber bitte konsequent.

Dann lassen wir diese 14-Mio.-Fehlplanung für eine neue Haltestelle Trübbach bleiben und geben das Geld dorthin, wo der ÖV wirklich lebt und gebraucht wird, nämlich den Postautos Grabs-Voralp, Oberschan-Gonzen/Palfries, die jeden Tag Schüler, Wanderer und Arbeiter transportieren, und der Schifffahrt nach Quinten, die unsere Tourismusregion zusammenhält. Dort ist jeder Franken besser investiert als in einen Prestige-Perron, der schon am Tag der Eröffnung im Dezember 2029 zu klein ist. Ein zweiter Perron kann dann frühestens 2040 realisiert werden.

Bruno Ravelli (ehem. Bahnhofvorstand), Pizolweg 1, 9477 Trübbach