Individualbesteuerung: Ein Frontalangriff auf die Familie | W&O

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Individualbesteuerung: Ein Frontalangriff auf die Familie

Leserbrief-Autor Franz Bruhin ist gegen die Individualbesteuerung. Aus seiner Sicht ist die Zielsetzung der Initiative, Frauen mehr in externe Arbeit einzubinden, falsch.

Von Franz Bruhin
aktualisiert vor 1 Stunde
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Die Ehe und noch mehr die Familie mit Kindern sind ein komplexes Geflecht von psychischen, körperlichen, sozialen Gegebenheiten. Das hat Konsequenzen. Die Familie bildet eine solidarische Wirtschaftsgemeinschaft, ist ein kleines Unternehmen, das ständig und flexibel Erwerbs- und Familienarbeit koordiniert. Laufend sind Fragen von Wohnraum, Nahrung, Kleidung, Mieten, Hypotheken, Darlehen, Investitionen in Aus- und Weiterbildung, Berufs-, Arbeitsstellen- und Wohnortwechseln, Sparen aufs Alter zu optimieren. Bei Kindernachwuchs fängt das Abenteuer erst richtig an: Schwangerschaften, Stillzeiten, Kindererziehung, Schulprobleme, Familienferien, Kinderkrankheiten, etc … immer ist was los, ständig müssen Lösungen gefunden werden. Und da soll bei der Individualbesteuerung noch genau unterschieden werden, wer wem was wann gehört?

Dieser Papierkrieg belastet Ehe und Familie. Die laufenden familieninternen Verschiebungen müssen Jahr für Jahr eruiert und in zwei Steuererklärungen eingereicht werden, möglichst gleichzeitig, mit korrekten Angaben von Personalien, individuellen Berufs- und Sozialleistungseinkommen, Abzügen, Vermögen. Es sind zusätzliche Nachweise vorzubereiten und zu koordinieren. Die Steuerbehörden ihrerseits müssen zwei Erklärungen prüfen und abstimmen. Rückfragen und Streitigkeiten werden häufig sein. Welch eine Bürokratie! Was interessieren all die Details den Staat? Der hat die Nase nicht in private Ehesachen zu stecken! Wozu sieht das Gesetz denn die zivilrechtliche Errungenschaftsbeteiligung im Falle von Scheidung und Todesfall vor – mit halbe-halbe für beide Partner? Und wie geht das mit Familien mit anderem gesellschaftlichem oder religiösem Hintergrund, wo die Familie noch alles bedeutet?

Die Zielsetzung der Initiative, Frauen mehr an externe Arbeit einzubinden, ist falsch, kurzsichtig. Es fehlt heute an Kindernachwuchs; Business haben wir genug. Die Familie ist zentral, sie soll entscheiden, nicht die Wirtschaft, nicht der Staat! Es geht um Freiheit!

Franz Bruhin, Stüdli 4, 9465 Salez