Die zunehmende Polarisierung macht mir Angst, in der Welt mit Kriegen und der Macht des Stärkeren, aber auch in der Schweiz, wo unsere Demokratie Gefahr läuft, zum Diktat der Mehrheit über eine Minderheit zu verkommen. Gut schweizerisch wäre es, aufeinander zuzugehen, um gemeinsam Lösungen zu finden. Die sogenannte «Nachhaltigkeitsinitiative» benennt die Zuwanderung als Problem und will diese möglichst stoppen. Ist das nachhaltig? – Meiner Meinung nach setzt sie am falschen Ort an und ist darum nicht ehrlich.
Man kann nicht einfach die Symptome einer Krankheit behandeln und meinen, man werde dadurch gesund. Die Ursachen für die hohe Zuwanderung liegen tiefer. Eigentlich ist sie die Auswirkung unseres materiellen Wohlstandes. Wenn es darum geht, neue Firmen mit tiefen Steuern in die Schweiz zu locken, ist doch auch die SVP ganz vorne mit dabei. Man könnte zum Beispiel auch die Pflegeinitiative endlich voll umsetzen, damit Pflegeberufe auch für Schweizerinnen und Schweizer attraktiv werden. Von solch nachhaltigen Ansätzen ist im Initiativtext nichts zu lesen.
Natürlich kann man die Wirtschaft und unsere Infrastruktur auch «abmurksen», indem man ihr einfach die Arbeitskräfte verweigert. Genau darum ist das keine Nachhaltigkeits-, sondern eine Chaosinitiative. Deswegen, und weil ich kein Experiment mit unbekanntem Ausgang möchte, sage ich am 14. Juni entschieden Nein zur SVP-Initiative.
Walter Götti, Profasonweg 1a, 9476 Fontnas
Ist das nachhaltig?