Kein Unterricht an der Primarschule in Reute: Die verantwortliche Schulverwaltung der Gemeinde Oberegg hat die Schule kurzfristig geschlossen. In einem Brief an die Eltern schreibt sie: «Aktuell liegen Rückmeldungen vor, dass sich Kinder und Mitarbeitende bedroht fühlen.» Der «Blick» hatte zuerst über die Schulschliessung berichtet.
Die Schulschliessung kommt nicht aus heiterem Himmel: In den letzten Tagen sei es zu «Bedrohungen und sicherheitsrelevanten Vorfällen» im schulischen Umfeld gekommen. Es seien Rückmeldungen von Eltern eingegangen, dass sich Kinder auf dem Schulweg und im Umfeld der Schule bedroht fühlten.
«Nehmen Hinweise ernst»
Lehrpersonen und Schulkinder seien durch einen Elternteil bedroht worden. Einzelne Kinder seien deswegen bereits aus dem Unterricht genommen worden. Die Schulverwaltung schreibt, dass sie die Hinweise aus dem Schulumfeld ernst nehme:
Im aktuellen Klima von der Verunsicherung und Angst ist ein Schulunterricht nicht möglich.
Deswegen bleibe die Schule heute und morgen geschlossen. Die Polizei sowie das kantonale Amt für Volksschule und Sport seien informiert und würden in die weiteren Abklärungen einbezogen.
In der kommenden Woche sind in Reute Skiferien – mit der kurzfristigen Schliessung pausiert der Unterricht nun zwei Tage länger.
Gemeindepräsidentin: Bedrohung geht von Elternteil aus
Am Donnerstagnachmittag hat Karin Steffen, Gemeindepräsidentin von Reute, in einer Medienmitteilung Stellung genommen. Die Bedrohung gehe von einem Elternteil aus. Die Person wohne in Appenzell Ausserrhoden, Auslöser der Schulschliessung sei aber ein Vorfall in Oberegg, also Innerrhoden, gewesen. Jener Vorfall sei Auslöser für die Schulschliessung gewesen. Steffen:
Mit der vorübergehenden Schliessung soll die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler gewährleistet werden.
Weitere Schritte sowie allfällige strafrechtliche Massnahmen würden derzeit geprüft. Die Kantonspolizei sei informiert und entsprechend sensibilisiert worden, schreibt die Gemeindepräsidentin.
Kantonspolizei: Keine Gefahr für die Öffentlichkeit
Polizeisprecher Marcel Wehrlin sagt auf Anfrage: «Bislang liegen keine detaillierten Angaben über die Geschehnisse vor.» Bei der Kantonspolizei sei keine Anzeige eingegangen. Da der Kantonspolizei aktuell keine Strafanzeige vorliege, habe die Polizei bislang nicht weiter aktiv werden können. «Für die Öffentlichkeit besteht zurzeit keine Gefahr», sagt Wehrlin.
«Klima der Verunsicherung und der Angst»: Schule Reute bleibt nach Drohungen geschlossen