Seit mehreren Jahren ist es dem Unternehmen nicht gut gegangen, und besonders der Verlust eines Grosskunden hat die schwierige wirtschaftliche Lage weiter zugespitzt. Die Folge war eine ungenügende Auslastung. Diese hat zusammen mit zunehmendem internationalen Wettbewerbs- und Preisdruck Ertrag und Liquidität der Industriefirma «erheblich» belastet.
Nach Abschluss des Konsultationsverfahrens steht für die Firmenleitung um Verwaltungsratspräsident Jürg Dierauer fest:
Eine wirtschaftlich tragfähige Weiterführung des Betriebs ist unter den gegebenen Rahmenbedingungen nicht mehr möglich.
Dierauer ist der einzige Verwaltungsrat. Der vorherige Präsident und die weiteren drei Mitglieder des Aufsichtsgremiums haben dieses kürzlich in corpore verlassen.
Laut Mitteilung soll der Betrieb seine Geschäftstätigkeit per Ende November 2026 einstellen. Die Firmenleitung wolle die aktuellen Kundenaufträge und die bestehenden Verpflichtungen der Firma wie beispielsweise Lieferantenrechnungen oder Löhne «im Rahmen der betrieblichen Möglichkeiten koordinieren» und den Betrieb geordnet schliessen.
Die Behörden sind bereits aktiv
Die 32 Mitarbeitenden, darunter drei Lernende, sind am Montag über das Aus des Unternehmens informiert worden. In Zusammenarbeit mit dem Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons St.Gallen, den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren sowie weiteren regionalen Institutionen und Unternehmen suche man Anschlusslösungen und neue Stellen für die Mitarbeitenden. Ein besonderes Augenmerk liege auf den Lernenden, damit diese ihre Ausbildung fortsetzen können.
Michael Göldi, der das Unternehmen in dieser schwierigen Zeit begleitet hat, sagt, die offenen Forderungen von Lieferanten und die Löhne würden beglichen. Bei der Abwicklung der noch laufenden Kundenaufträge sei das Unternehmen auf das Engagement der Mitarbeitenden angewiesen. «Ich habe dabei ein gutes Gefühl», sagt Göldi.
Erste Firmen haben Bedarf angemeldet
Zudem hätten sich bereits vier Unternehmen aus der Region gemeldet, die ein grundsätzliches Interesse an Arbeitskräften der Liosaplast bekunden. Unterschrieben seien aber noch keine neuen Arbeitsverträge.
Dass in letzter Minute doch noch ein Retter für die Firma auftaucht, diese Hoffnung ist laut Göldi mittlerweile sehr gering. Bisher hätten entsprechende Gespräche nicht gefruchtet.
Liosaplast ist seit 56 Jahren aktiv. Die Firma ist spezialisiert auf funktionelle und dekorative Kunststoffbeschichtungen sowie auf Pulver- und Nasslackbeschichtungen für industrielle Anwendungen.
Lichterlöschen bei Liosaplast: Rheintaler Industriefirma sperrt zu