Neues Bundesasylzentrum in Altstätten bezugsbereit | W&O

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Neues Bundesasylzentrum in Altstätten bezugsbereit

Anfang September wird in Altstätten der Neubau für 390 Asylsuchende in Betrieb genommen. Nach Bundesrat Beat Jans und Vertretern des Kantons und der Stadt konnte am Samstag auch die Bevölkerung die Anlage besichtigen.

Von sgt/wo
aktualisiert vor 2 Stunden

Anfang September ziehen die ersten Asylsuchenden in das neue Bundesasylzentrum an der Luchsstrasse in Altstätten ein. Zuvor öffnete das Staatssekretariat für Migration (SEM) am Samstag den Neubau für die Bevölkerung zu einer Besichtigung. Das Zentrum verfügt über 390 Unterbringungsplätze sowie 106 Arbeitsplätze für das SEM und weitere am Asylverfahren beteiligte Stellen, wie das SEM in einer Mitteilung schreibt.

Bundesrat Jans: «Menschenwürde wird hier Realität»

Für die Sicherheit ist die Securitas AG zuständig, die Betreuung übernimmt die Asylorganisation Zürich. Am Samstag besichtigten zunächst Vertreter von Bund, Kanton und Stadt das neue Zentrum. Bundesrat Beat Jans betonte dabei laut Communiqué die gemeinsame Verantwortung von Bund, Kantonen und Gemeinden im Asylwesen. In Altstätten werde auch nicht nur ein Gebäude aus Holz und Glas eröffnet, sondern «ein Ort, an dem aus der flüchtigen Idee der Menschenwürde eine greifbare Realität wird». Der St. Galler Sicherheits- und Justizdirektor Christof Hartmann erhofft sich derweil vom neuen Standort raschere Verfahren, klarere Zuständigkeiten «und mehr Ordnung im Asylwesen».

Mehrheit der Bevölkerung hatte Neubau mitgetragen

Ruedi Mattle, Stadtpräsident von Altstätten, erinnerte an das besondere Fundament des neuen Bundesasylzentrums, den demokratischen Entscheid der Altstätter Bevölkerung zum Verkauf des Grundstücks an den Bund: «Vertrauen entsteht durch Offenheit und Verlässlichkeit – und dadurch, dass wir über alle Staatsebenen hinweg gemeinsam Verantwortung übernehmen, gerade auch dann, wenn Herausforderungen auftreten.»

 

Die Pläne für ein grösseres Bundesasylzentrum in Altstätten reichen mehrere Jahre zurück. Bereits 2015 hatten sich Bund, die Kantone der Asylregion Ostschweiz und die Stadt Altstätten grundsätzlich auf einen Neubau verständigt. Auch die Altstätter Stimmberechtigten hatten dem Vorhaben mehrheitlich zugestimmt.

Bisher waren Unterbringung und Arbeitsplätze auf verschiedene Standorte in Altstätten verteilt. Das bestehende Zentrum an der Bleichemühlistrasse war 2018 erweitert worden. Nach der Einführung der beschleunigten Asylverfahren im Jahr 2019 reichte der Platz jedoch nicht mehr aus. Ein Teil der Arbeitsplätze musste deshalb an die Schöntalstrasse in frühere Räume der EgoKiefer ausgelagert werden. Im Neubau sind Unterbringung und Arbeitsplätze nun wieder an einem Standort zusammengefasst.