Leserbrief: «Zu PFAS und Windkraft», Ausgabe vom 28. Februar
Barbara Siegrist macht sich in ihrem Leserbrief Sorgen um die Ewigkeitschemikalien PFAS, die von Windrädern in die Umwelt gelangen. Die Sorge ist verständlich, aber das Problem ist heute weitestgehend gelöst. Gerade einmal 0,07 Prozent der PFAS werden durch die Energiewirtschaft erzeugt, und darin ist nicht nur die Windkraft enthalten, sondern die gesamte Energiewirtschaft mit Produktion und Transport. Dies kann beim Bundesamt für Umwelt der Schweiz nachgelesen werden.
Nach Auskunft der Regierung des Kantons Graubünden wurden die Böden direkt unterhalb und in der Nähe des Haldensteiner Windkraftwerks analysiert. Das Fazit nach über zwölf Jahren Betrieb lautet: «Ein Einfluss des Windrads auf die PFAS-Belastung des Bodens ist somit nicht erkenn- und nachweisbar.» (Südostschweiz vom 26. Februar). Fehlalarm.
PFAS sind besorgniserregend, aber nicht die Windkraft ist das Problem. Etwa 93 Prozent des Mikroplastiks, das heute an die Umwelt abgegeben wird, stammt aus dem Strassenverkehr, insbesondere aus dem Pneuabrieb; ein Teil davon sind PFAS. Sogar im Seealpsee wurde Mikroplastik aus Pneuabrieb gefunden (W&O vom 18. Februar). Wer sich also Sorgen um die Umwelt macht, sollte weniger Auto fahren, nicht die umweltfreundliche Windkraft schlechtreden.
Übrigens: In der Schweiz kommen rund 400 Vögel pro Jahr durch Windräder zu Tode. Die Zahl ist so tief, weil Windräder nur dort bewilligt werden, wo sie keine Probleme mit Vögeln verursachen, und zu gewissen Zeiten müssen sie abgestellt werden. Rund 30 Millionen Vögel werden in der Schweiz jedes Jahr von Katzen getötet.
Andi Götz, Schulweg 9, 9475 Sevelen, Verein Rückenwind Sevelen
PFAS-Belastung ist nicht nachweisbar