Am Freitagabend waren in Goldach bei bestem Spätsommerwetter viele Menschen auf den Beinen: Zum einen fand der Dorfbummel mit einem bunten Programm für Gross und Klein statt. Dabei handelt es sich um eine Veranstaltung, die gemäss der offiziellen Website Gewerbe und Vereine der Gemeinde zusammenbringt. Zum anderen ging auch das Sommerfest der Oberstufe über die Bühne.
Doch plötzlich schlug die Stimmung um - es kam zu einem umfassenden Polizeieinsatz, Sirenen waren zu hören. Erste, unbestätigte Informationen machten die Runde. Und sie waren besorgniserregend: Es ging angeblich Gefahr von einem Mann aus, der ein Messer, möglicherweise gar eine Machete, bei sich trug. Auch Schüsse sollen zu hören gewesen sein, hiess es.
Derweil wurden Menschen im Umfeld des Einsatzes gebeten, sich in umliegende Restaurants zu begeben und dort zu bleiben. Die Rede war auch von auf der Strasse rennenden Jugendlichen, die offenbar auf der Suche nach einem Zufluchtsort waren.
Schulfest im Zentrum der Ereignisse
Auf Anfrage bestätigte die St.Galler Kantonspolizei kurz nach 22 Uhr den Einsatz, der nach wie vor (zu jenem Zeitpunkt) im Gang sei. Sie sprach davon, dass das Schulhaus Goldach, wo ein Fest stattgefunden habe, evakuiert werden musste. Die Polizei sei mit einem Grossaufgebot vor Ort.
Um 22.17 Uhr informierte die St.Galler Kantonspolizei in der Folge ein erstes Mal schriftlich. «Bei der Notruf- und Einsatzleitzentrale sind verschiedene Meldungen eingegangen, die zur Zeit verifiziert werden müssen», heisst es im fraglichen Communiqué. Zu Einzelheiten könnten im Moment keine Angaben gemacht werden. Halbwegs beruhigend dann folgender Satz: «Bis anhin gibt es keine Meldungen von verletzten Personen.» Die Kantonspolizei werde wieder informieren, sobald neue, gesicherte Erkenntnisse vorlägen, hiess es.
Bilder: BRK News
Polizei: «Keine Gefahr für die Bevölkerung»
Auf erneute Anfrage berichtete die Kantonspolizei um 22.50 Uhr, dass die Einsatzkräfte die sich im Gebäude befindenden Personen derzeit nach draussen begleiteten. Das betreffe rund 300 Personen. Die Polizei hielt zudem fest, dass nach jetzigem Kenntnisstand keine Gefahr für die Bevölkerung bestehe.
Diverse Strassen wurden im Rahmen des Einsatzes zumindest zeitweilig gesperrt. Gegen 23.30 Uhr informierte die Polizei in einem weiteren Communiqué dann über die Hintergründe des Einsatzes: «Während eines Schulfests im Schulhaus Wartegg sind bei der Notruf- und Einsatzleitzentrale verschiedene Meldungen von angeblichen Schüssen eingegangen, die zur Zeit verifiziert werden müssen.» Als Vorsichtsmassnahme wurden Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen ins Schulhaus geführt, wo sie polizeilich betreut werden.
Die Kantonspolizei St.Gallen sei bemüht, die rund 300 Personen begleitet zu evakuieren und nach Hause zu entlassen. Nach wie vor gebe es keine Meldungen zu verletzten Personen. Kurz vor 1.30 Uhr dann die nächste Information: Demnach wurden die rund 300 Personen mittlerweile nach Hause entlassen und mit den wartenden Eltern vereint. Die Polizei konzentriere sich aktuell darauf, die eingegangenen Meldungen zu prüfen. Des Weiteren sei in der Nähe des Einsatzortes ein Mann angehalten worden. Gemäss jetzigen Erkenntnissen hatte er unerlaubterweise den Sperrbereich betreten und nichts mit den Vorkommnissen des Abends zu tun, wie die Polizei schrieb.
Der «Blick» seinerseits zitierte eine Nachricht , die offenbar an Eltern der Oberstufenschüler der Schule Goldach gegangen war. Die Schulleitung teilte gemäss dem Portal darin mit, dass die Lage aktuell noch unklar sei. «Niemand wurde verletzt, und alle Kinder sind sicher in den Gebäuden», heisst es in der Nachricht. Die Eltern wurden zudem gebeten, nicht zum Oberstufenzentrum zu kommen.
Polizei gibt vorsichtige Entwarnung und ermittelt
Um 2.01 Uhr nachts informierte die Polizei dann, dass es nach aktuellem Kenntnisstand zu keiner Schussabgabe gekommen sei. «Die wahrgenommenen Knallgeräusche stammen mutmasslich von pyrotechnischen Gegenständen», heisst es im entsprechenden Communiqué. Verletzt worden sei niemand, wurde noch einmal bestätigt.
Die Kantonspolizei St.Gallen hat Ermittlungen zur mutmasslichen Täterschaft sowie zu den Hintergründen aufgenommen. Laut Polizeisprecherin Natascha Scherrer wird ebenfalls ermittelt, was hinter den kursierenden Informationen steckt, dass ein Mann mit einem Messer beziehungsweise einer Machete gesehen worden sei.
Im Einsatz standen mehrere Patrouillen und diverse Spezialeinheiten der Kantonspolizei St.Gallen sowie von benachbarten Polizeikorps. Die Kantonspolizei werde aktiv informieren, sobald es neue Erkenntnisse gebe.
Polizeigrosseinsatz nach Ausbruch von Panik an Schulfest in Goldach