Prüfung des Wartauer Windparks dauert noch zweieinhalb Jahre | W&O

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Wartau vor 13 Stunden

Prüfung des Wartauer Windparks dauert noch zweieinhalb Jahre

Detaillierte Untersuchungsergebnisse zum geplanten Windpark in Wartau liegen wohl erst Ende 2028 vor. Der Gesamtprojektleiter ordnet ein.

Von Michael Wanger
aktualisiert vor 8 Stunden

Hinweis: Das ergänzende Interview mit Rolf Domenig gibt es unter diesem Link.

Grossprojekte brauchen ihre Zeit. Und das ist auch gut so, meint Rolf Domenig, Gesamtprojektleiter bei der Windpark Wartau AG. Denn nur so kann sichergestellt werden, dass alle Fragen beantwortet und alle Einflüsse berücksichtigt werden.

Schon im August 2025 sagte Domenig gegenüber dem W&O, dass es für den angedachten Windpark in der Wartauer Rheinau «einen langen Atem» brauche. Dass es nun aber nicht Ende 2026, sondern mitunter Ende 2028 wird, bis die finalen Untersuchungsergebnisse vorliegen, überraschte ihn dann doch selbst.

Grund dafür ist der anstehende Umweltverträglichkeitsbericht (UVB), der anschliessend durch den Kanton einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) unterzogen wird.

Voruntersuchung bildet eine gute Grundlage

Diese hat zum Ziel, sämtliche Einflüsse der geplanten Windkraftanlagen auf Luft, Boden, Wasser, Flora, Fauna, Landschaft und Bevölkerung aufzuzeigen. Im Januar hat die Windpark Wartau AG den Bericht der Voruntersuchung beim Kanton eingereicht.

Dieser kommt zum Schluss, dass ein Windpark grundsätzlich umweltverträglich realisiert werden kann, sofern ergänzende Massnahmen umgesetzt werden. Die Stellungnahme des Kantons erwartet Domenig Ende Juli.

Selbst bei einer positiven Rückmeldung ist der Windpark aber noch in weiter Ferne. Die Voruntersuchung ebnet jedoch den Weg für vertiefte Abklärungen. Mit ihrer Hilfe kann die Windpark Wartau AG ein Pflichtenheft für die UVB-Hauptuntersuchung erstellen.

«Gewissermassen ein Inhaltsverzeichnis mit allen Punkten, die wir untersuchen müssen», sagt Domenig im Gespräch mit dem W&O. «Es gibt nicht nur schwarz und weiss, sondern noch ganz viele Grautöne dazwischen», so der Projektleiter.

Wenn schwarz das Ende eines Projekts bedeutet und weiss Idealbedingungen, zeigen die Grautöne, ob und welche Kompromisse getroffen werden können.

Suche nach Lieferanten gestaltet sich schwierig

Obwohl das Projekt noch in den Kinderschuhen steckt, muss die Windpark Wartau AG bereits mögliche Lieferanten für Windkraftanlagen finden. Gar keine so leichte Aufgabe, denn es gibt noch kaum Hersteller, die in die Schweiz liefern.

Die Arbeit ist nach dem Bau der Windenergieanlage nämlich keineswegs erledigt: Die Anlage muss hin und wieder gewartet werden. Wenn es in der Umgebung nur wenige Windräder gibt, ist dieser Aufwand für den Lieferanten entsprechend hoch.

Ebenfalls hinderlich ist die lange Verfahrensdauer. Für einen Windpark, der beispielsweise in zehn Jahren gebaut wird, könne unmöglich jetzt schon ein Typ bestellt werden. «Dieser ist dann mitunter gar nicht mehr lieferbar», sagt Domenig, «besonders bei der Windenergie macht die Technologie nämlich enorme Fortschritte.»

Der Projektleiter geht die Herausforderung aber zuversichtlich an: «Es motiviert mich, dass viele junge Menschen Windkraft wollen.» Zudem hätten Windkraftanlagen den Vorteil, dass sie nach ihrer Lebensdauer von rund 25 Jahren wieder rückstandslos entfernt werden können. «In dieser Zeit ist es auch möglich, andere Stromerzeugungsprojekte zu entwickeln und umzusetzen.»

Diese Chance müssen wir der künftigen Generation und den Anlagen geben.