Es begann holprig und tumultartig. Wenige Wochen vor dem Start des neuen St.Galler Spitalunternehmens Hoch Health Ostschweiz hatten sich die Ereignisse überschlagen. Der Verwaltungsrat gab die Trennung vom designierten CEO bekannt. Die Kritik fiel harsch aus. Das zeigte sich auch in zahlreichen politischen Vorstössen. Nun, ein gutes Jahr später, scheint sich das Unternehmen gefangen zu haben: Darauf deuten jedenfalls die Zahlen des ersten Geschäftsjahres hin.
Die St.Galler Spitäler legen erstmals seit Jahren schwarze Zahlen vor: Sie schliessen das Geschäftsjahr 2025 mit einem Gewinn von 34,4 Millionen Franken ab. Ihre Talfahrt war bereits 2024 gebremst worden: Damals hatte ihr Verlust noch 800'000 Franken betragen - allerdings war mit Sondereffekten nachgeholfen worden. Es waren Rückstellungen aufgelöst worden. Ohne diesen Schritt hätte ein Minus von 25 Millionen Franken resultiert, 2023 hatte ihr Verlust 59 Millionen Franken betragen. Und auch für das nun erfolgreich abgeschlossene 2025 war mit einem Verlust von gut 20 Millionen Franken gerechnet worden.
Ebitda-Marge deutlich verbessert
Die St.Galler Spitäler sind ein Milliardenunternehmen. Ihr Umsatz beläuft sich auf 1,44 Milliarden Franken (Vorjahr 1,38 Milliarden).
Massgebend für die Wirtschaftlichkeit der Spitäler ist die Ebitda-Marge, sie ist eine wichtige Profitabilitätskennzahl. 10 Prozent sollte diese laut Experten betragen, damit ein Spital langfristig in der Lage ist, die notwendigen Investitionen zu tätigen. Hoch Health Ostschweiz konnte diese Marge 2025 erneut deutlich verbessern: von 6,1 Prozent im Jahr 2024 auf neu 8,5 Prozent. 2023 hatte die Ebitda-Marge noch 1,2 Prozent betragen.
Wie kam es zu dieser Verbesserung?
Am Donnerstagmorgen ist an der Jahresmedienkonferenz denn auch von einem «äusserst erfolgreichen Jahr» die Rede. Verwaltungsratspräsident Stefan Kuhn und CEO Simon Wildermuth halten fest:
Es ist eines der besten finanziellen Ergebnisse der St.Galler Spitäler in den letzten Jahren.
Wie kam es zu dieser Verbesserung? Sie sei auf «eine Kombination permanenter Leistungsentwicklung, optimierter Kapazitätsauslastung sowie eines gezielten Einsatzes der Personalressourcen zurückzuführen», heisst es in der Medienmitteilung. Und: Der Schweregrad der stationären Fälle am Kantonsspital sei gestiegen, auch dies habe «zu wesentlichen Mehreinnahmen» geführt.
Gleichzeitig betonen Kuhn und Wildermuth: Hoch Health Ostschweiz wolle den bisherigen Weg konsequent weiterführen, «um auch zukünftige Investitionen aus eigener Kraft finanzieren zu können». Sie seien daher auch in den kommenden Jahren auf finanziell positive Ergebnisse angewiesen.
Mehr Patienten – ungenügende Tarife
Trotz des herausfordernden Umfelds: Die St.Galler Spitäler konnten die Fallzahlen im stationären Bereich halten und im ambulanten Bereich steigern. So wurden 2025 insgesamt 62'694 Patientinnen und Patienten stationär behandelt; im Vorjahr waren es 62'310 gewesen. Die Anzahl ambulant behandelter Patientinnen und Patienten stieg auf 882'327 – das sind knapp 25'600 mehr als im Vorjahr.
Diese Zahlen zeigen: Es werden immer mehr Leistungen ambulant erbracht. Und die ambulanten Behandlungen werden «zunehmend komplexer», wie Hoch Health Ostschweiz festhält.
Ganz zum Schluss – und wie seit Jahren von allen Spitälern moniert – folgt noch die Kritik an den ungenügenden Tarifen: «Für eine dauerhafte finanzielle Stabilität und Sicherheit braucht es zwingend auch kostengerechte Tarife», so die St.Galler Spitalverantwortlichen.
Rote Zahlen ade: St.Galler Spitäler erzielen einen Gewinn von 34 Millionen Franken