Stadt präzisiert Schulraumplanung – erste Urnenabstimmung im Juni | W&O

Buchs vor 15 Stunden

Stadt präzisiert Schulraumplanung – erste Urnenabstimmung im Juni

Die Schülerzahl in Buchs steigt und damit auch der Bedarf an zusätzlichem Schulraum. Im neuen «Bericht strategische Schulraumplanung 2025» legt die Stadt den Bedarf und die Erkenntnisse aus Arbeitsgruppe und der Bevölkerungsbeteiligung dar. Die Abstimmung über den ersten Verpflichtungskredit soll bereits im Juni stattfinden. Im Vorfeld sind noch weitere Informationsveranstaltungen geplant.

Von W&O-Redaktion/PD
aktualisiert vor 12 Stunden
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Die Bevölkerung von Buchs wächst kontinuierlich stark an, mit direkten Folgen für den Bedarf an Schulraum. Bereits 2010/2011 reagierte die Stadt mit einer ersten strategischen Schulraumplanung, und in den Folgejahren wurden mehrere Bauprojekte umgesetzt. Dennoch stieg die Zahl der Schülerinnen und Schüler schneller als prognostiziert.

2018 wurde die Schulraumplanung deshalb aktualisiert und ein Erweiterungsprojekt für die Schulanlage Kappeli ausgearbeitet. Die Stimmbevölkerung lehnte dieses 2021 an einer Urnenabstimmung ab. Um kurzfristig Entlastung für die Primarschule zu schaffen, konnte die Stadt das leerstehende Gebäude der ehemaligen International School, das heutige Schulhaus Aeuli, nutzen und Schulzimmer für bis zu neun Klassen einrichten. Dieses Provisorium verschaffte der Schule etwas Zeit, die dringlichsten Engpässe auf der Primarschulstufe zu überbrücken und gleichzeitig eine langfristige Lösung auszuarbeiten. An anderen Standorten wurden zudem Gruppenräume und Bibliotheken zu Schulzimmern umgenutzt.

Interessierte am zweiten Stadtgespräch zur Schulraumplanung im November 2024
Interessierte am zweiten Stadtgespräch zur Schulraumplanung im November 2024
Bild: Sebastian Albrich

Währenddessen haben Stadt Buchs und die Schule Buchs gemeinsam mit einer zwanzigköpfigen Arbeitsgruppe aus Politik, Verwaltung, Schule und Fachbereichen den «Bericht strategische Schulraumplanung 2025» erarbeitet. Zwei öffentliche Stadtgespräche sowie digitale Beteiligungsformate stellten sicher, dass die Bevölkerung aktiv einbezogen wurde und ihre Rückmeldungen in den Bericht einflossen.

Stadtpräsident Rolf Pfeiffer betont in der Medienmitteilung der Stadt die Bedeutung des Berichts:

Der unter Einbezug der Buchser Bevölkerung erarbeitete Bericht ist ein weitsichtiges Planungsinstrument.

Er ist sich sicher, dass dieser dem Stadtrat «eine solide Grundlage für die anstehenden Entscheide zur Entwicklung unserer Schulinfrastruktur» bietet.

Schulraumbedarf und Mehrwert für Bevölkerung

Bereits ab dem Schuljahr 2030/2031 entstehe auf allen Stufen zusätzlicher Schulraumbedarf. Bis ins Jahr 2050 werden weitere Klassenräume vom Kindergarten bis zur Oberstufe, mehr Platz für die Schulische Tagesstätte sowie zusätzliche Turninfrastruktur für den schulischen Bedarf benötigt.

Stadt präzisiert Schulraumplanung – erste Urnenabstimmung im Juni

Mehrbedarf bis 2050

  • Räumlichkeiten für zwei bis drei Kindergartenklassen
  • Klassenzimmer und weitere Räume für acht Klassen auf der Primarschule und längerfristig für weitere drei bis sieben Klassen
  • Klassenzimmer und weitere Räume für acht Klassen auf der Oberstufe und längerfristig für weitere ein bis zwei Klassen
  • Zwei Turnhallen für schulische Bedürfnisse
  •  Räumlichkeiten für fünf bis sechs Gruppen der Schulischen Tagesstätte

«Wir sorgen mit Augenmass und wohlüberlegten Massnahmen und Investitionen dafür, dass unsere Kinder und Enkelkinder optimale Voraussetzungen für ihre Bildung erhalten», betont Schulpräsidentin Gaby Knecht mit Blick auf den steigenden Bedarf in bereits vier Jahren.

Von den erweiterten und sanierten Schulhäusern und Turnhallen würden laut Stadt Buchs am Ende nicht nur die Schülerinnen und Schüler, sondern auch die wachsende Bevölkerung profitieren. Die zahlreichen Buchser Vereine erhalten benötigte Infrastruktur für Trainings sowie für Veranstaltungen und grössere Anlässe. Die Anlagen würden damit das öffentliche Leben und die Begegnungsmöglichkeiten in Buchs stärken.

Gewählte Umsetzungsvariante benötigt kein Provisorium

Von der Arbeitsgruppe wurden zehn Varianten entwickelt, die im Rahmen von zwei Stadtgesprächen der Bevölkerung vorgestellt und diskutiert wurden. Für die beiden nach einer weiteren Bewertung verbliebenen Varianten E und J wurden Machbarkeitsnachweise, Kostenberechnungen und Standortbewertungen erstellt. In der vertieften Prüfung und an den Informationsveranstaltungen erwies sich Variante J als die überzeugendste. Sie erfülle die Anforderungen am besten und biete ein flexibles und hohes Entwicklungspotenzial über 2050 hinaus, so das Fazit.

In einem ersten Schritt sieht die Variante den Ausbau des OZ Flös zu einem Oberstufenzentrum (OZ) für alle Oberstufenklassen vor. Danach soll das Schulhaus Primarschule Buchserbach entweder zurückgebaut und durch einen Ersatzneubau für zusätzliche acht Klassen sowie eine neue Turnhalle ersetzt oder die bestehende Schulinfrastruktur saniert und erweitert werden. Dieser Variantenentscheid ist noch nicht gefällt.

Anschliessend wird das alte Schulgebäude des jetzigen OZ Grof für zwei Kindergärten umgenutzt, mit einer Reserve für einen dritten Kindergarten. Der Mehrbedarf für die Schulische Tagesstätte soll prioritär am Standort OZ Grof realisiert werden. Schliesslich würde die Primarschule Grof ins baulich angepasste Oberstufenzentrum (OZ) Grof verlegt, das über Reserven für weitere vier Klassen verfügt. Bei der Verfolgung dieser Variante ist der Umstand zentral, dass der Schulbetrieb während der Bau- und Umbauphasen ohne zusätzliche, kostspielige Schulhaus-Provisorien weiterlaufen kann.

Terminrahmen/Realisierungsetappen der Variante J (Neubau)

Die Umsetzung von Variante J (Neubau) erfolgt in folgenden drei Realisierungsetappen:

  • Ausbau Oberstufenzentrum Standort Flös Bezug SJ 2031/32
  •  Umbau Standort ehemaliges OZ Grof  Bezug SJ 2034/35
  • Neubau und Ausbau Standort Buchserbach  Bezug SJ 2037/38

 

121 Millionen Franken für die Schulinfrastruktur

Für die Schulraumplanung bis 2050 rechnet der Bericht gemäss Stand der Machbarkeitsstudien mit Investitionen von bis zu 121 Millionen Franken, verteilt über zehn bis fünfzehn Jahre. Die aktuelle Kostenschätzung basiert auf einem möglichen Ersatzneubau des Schulhauses Buchserbach. Jedoch ist noch nicht entschieden, ob anstelle eines Ersatzneubaus die bestehende Schulinfrastruktur saniert und erweitert werden soll.

 

Dem Stadtrat ist bewusst, dass es sich um eine grosse, langfristige Investition in die Schulinfrastruktur handelt, unterstreicht die Stadt Buchs in ihrer Mitteilung. Er sei jedoch auch überzeugt, dass sie für die Zukunft des Lebens- und Bildungsstandorts Buchs notwendig, richtig und von hoher Priorität ist. Ohne Erweiterung des Schulraums würden Folgekosten für weitere Übergangs- und Bauprovisorien entstehen. Die Umsetzung erfolgt schrittweise über einen längeren Zeitraum und wird laufend mit neuen Erkenntnissen, Entwicklungen und aktualisierten Prognosen abgeglichen. So stelle die Stadt sicher, dass die Infrastruktur mit der Bevölkerungsentwicklung von Buchs und den pädagogischen Anforderungen Schritt hält.

Entscheid über erste Realisierungsetappe am 14. Juni 2026

Der erste wichtige Schritt erfolgt am 14. Juni 2026, wenn die Buchser Stimmbevölkerung an einer Urnenabstimmung über den Verpflichtungskredit von 36 Mio. Franken für den Erweiterungsneubau des OZ Flös entscheidet. Auf dieser Grundlage können anschliessend die weiteren Bauetappen vorbereitet und Schritt für Schritt realisiert werden. Über die Kreditvergabe für weitere Umsetzungsschritte werden die Buchser Stimmberechtigten jeweils erneut an der Urne entscheiden können.

 

Weitere Informationveranstaltungen

Der vollständige «Bericht strategische Schulraumplanung 2025», ein Erklärvideo sowie ein Informations-Flyer sind unter www.buchs-sg.ch/schulraumplanung verfügbar. Die Schulraumplanung ist zudem ein Fokusthema an der Dialogveranstaltung «äs isch no ötschis» vom Donnerstag, 12. März 2026, um 19.30 Uhr in der Aula des OZ Flös, zu welcher alle Einwohnerinnen und Einwohner von Buchs eingeladen sind. Weiter findet am Dienstag, 19. Mai 2026, um 19.30 Uhr ebenfalls in der Aula des OZ Flös eine Informationsveranstaltung zur Urnenabstimmung statt.