Toggenburger Projekt ist für Waldpreis nominiert | W&O

Toggenburg • vor 9 Stunden

Toggenburger Projekt ist für Waldpreis nominiert

Mehr als 2500 Toggenburger Schülerinnen und Schüler haben seit 2011 seltene und klimafitte Bäume gepflanzt.

Von pd
aktualisiert vor 9 Stunden

Fünf Projekte stehen im Final um den Waldpreis, den Wald St.Gallen und Liechtenstein zusammen mit der Hilti Foundation vergibt. Mit dabei ist das Projekt der Waldregion Toggenburg. Die Jury würdigte neben dem Ansatz, die Artenvielfalt im Wald zu erhöhen, besonders die Verbindung zur nächsten Generation: Über Jahre hinweg haben Schülerinnen und Schüler einen eigenen Baum gepflanzt. Aus der 2011 lancierten Aktion «wald.11» entstand im Toggenburg eine feste Tradition.

Die Wälder im Toggenburg werden heute von Fichten, Tannen, Buchen und Bergahorn geprägt, heisst es in einer Medienmitteilung. Höhere Temperaturen und Trockenperioden setzen diese Baumarten unter Druck. «Die grösste Herausforderung ist die Geschwindigkeit, mit der der Klimawandel voranschreitet», sagt Projektinitiant und Regionalförster Christof Gantner.

Der Toggenburger Regionalförster Christof Gantner (rechts) zeigt Andreas Geminger von Wald St. Gallen und Fürstentum Liechtenstein stolz, wie sich die mit Schülerinnen und Schülern gepflanzten Bäume in den letzten Jahren entwickelt haben.
Der Toggenburger Regionalförster Christof Gantner (rechts) zeigt Andreas Geminger von Wald St. Gallen und Fürstentum Liechtenstein stolz, wie sich die mit Schülerinnen und Schülern gepflanzten Bäume in den letzten Jahren entwickelt haben.
Bild: PD

Deshalb pflanzen die Schulklassen gemeinsam mit den Förstern gezielt seltene sowie wärme- und trockenheitsverträgliche Arten wie Linde, Douglasie, Spitzahorn oder Mehlbeere. Seit Beginn der Aktion wurden über 6500 Bäume und Sträucher gepflanzt. Welche der 44 bis anhin gepflanzten Arten sich für einen Standort eignen, wird anhand der Waldstandortskartierung bestimmt.

Beim Baumpflanzen lernen die Kinder viel

Der ökologische Nutzen ist nur eine Seite des Projekts. Ebenso wichtig ist die Waldpädagogik. Die Kinder lernen verschiedene Baumarten kennen, erfahren mehr über die Funktionen des Waldes und packen selbst mit an, sagt Christof Gantner: 

Solche Erlebnisse wecken Emotionen und bleiben oft ein Leben lang in Erinnerung.

Immer wieder erlebt er zudem, dass Kinder, die sich im Schulalltag schwertun, beim praktischen Arbeiten ihre Stärken zeigen. Genau diese unmittelbare Erfahrung soll einen positiven und dauerhaften Bezug zum Wald schaffen.

Damit aus den Jungpflanzen stabile Bäume werden, braucht es eine sorgfältige Vorbereitung und Betreuung. Die Revierförster suchen geeignete Flächen und begleiten die Entwicklung. Die Waldregion finanziert Pflanzen und Einzelschutz, die Schulen organisieren den Transport. Nach dem Pflanztag folgen Ausmähen, Unterhalt der Schutzeinrichtungen und die Jungwaldpflege. Für Gantner zeigt sich darin die besondere Zeitdimension des Waldes:

Was wir heute pflanzen und pflegen, werden erst unsere Kinder und Enkel in seiner ganzen Grösse erleben.

Die Preisverleihung findet am 6. November in Schänis statt.