Die strafrechtlichen Ermittlungen werden in zwei getrennten Verfahren geführt, da sich die Zuständigkeiten nach dem jeweiligen Tat- beziehungsweise Auffindeort richten.
Die Untersuchung der St.Galler Staatsanwaltschaft zum Tod des 41-jährigen Mannes am Rhein bei Sevelen sei noch nicht abgeschlossen, weshalb das Endergebnis noch nicht vorgenommen werden könne. Allerdings schreibt deren Medienbeauftragter, Leo-Philippe Menzel, auf Anfrage: «Derzeit gehen wir von einem Suizid aus.»
Ein Suizid, so die Spekulation stehe wohl im Zusammenhang mit der Suspendierung des Mannes. Diese wurde wegen Unregelmässigkeiten in der Gemeindekasse Triesen von der Gemeindeverwaltung vorgenommen. Gemeinderätin Nicole Schurte (FBP) erhebt schwere Vorwürfe gegen die Gemeindeverwaltung. Sie kritisiert die öffentliche Kommunikation der Gemeinde und macht diese mitverantwortlich für die spätere Tragödie mit vier Todesopfern. Andere Gemeinderäte weisen die Vorwürfe zurück.
In einem offenen Brief äussert sich die Gemeindeverwaltung Triesen wie folgt:
«Die vergangenen Wochen und Tage haben die Gemeindeverwaltung Triesen ausserordentlich belastet. Besonders schwer wiegt der Umstand, dass ein langjähriger Arbeitskollege und Teil der Verwaltungsgemeinschaft zu diesen Taten fähig war. Der Umgang mit dieser Erkenntnis fällt schwer. Vieles muss noch verstanden, eingeordnet und verarbeitet werden. Die Gemeindeverwaltung Triesen ist seit vielen Jahren geprägt von einem gesunden, engen, kollegialen Miteinander. Im Betrieb wird Zusammenhalt gelebt. Auch grössere Herausforderungen konnten dieses Miteinander bisher nicht erschüttern. Im Gegenteil: Sie haben das Team meist noch enger zusammengeschweisst.
Die Mitarbeitenden der Gemeindeverwaltung sind Menschen. Menschen mit Fachkompetenz, mit Verantwortung gegenüber der Bevölkerung und mit täglichen Herausforderungen im Zusammenspiel mit Einwohnerinnen und Einwohnern sowie der Politik. Und diese Menschen haben Gefühle. Sie sind betroffen. Wer in den vergangenen Tagen durch die Verwaltung gegangen ist, konnte spüren, wie tiefe Spuren die jüngsten Ereignisse hinterlassen haben.
Ein Kollege, der über Jahre Teil dieser Gemeinschaft war, ist nicht mehr da. Ein Mensch, dem man vertraute und den man zu kennen glaubte, hatte eine zweite, unbekannte Seite. Die Gewissheit, dass Opfer zu beklagen sind, bleibt. Das Team erhält fachlich fundierte psychologische Unterstützung durch ein externes Expertenteam. Gleichzeitig wird die Arbeit für die Bevölkerung weiterhin mit Engagement, Freundlichkeit und Professionalität geleistet.
Was das Geschehene zusätzlich erschwert, sind Spekulationen, Gerüchte und unbedachte Äusserungen in der Öffentlichkeit und in den Medien.
Die sofortige Information der Gemeinde über die Freistellung des Mitarbeitenden war inhaltlich richtig und rechtlich begleitet. Das Vorgehen war auch mit dem Gemeinderat abgestimmt. Alle Gemeinderäte waren informiert und trugen die transparente Information gegenüber der Bevölkerung mit. Zu keinem Zeitpunkt bestand die Absicht oder Idee, festgestellte Unregelmässigkeiten zu verheimlichen oder zu vertuschen. Gleichzeitig wurden Massnahmen getroffen, um die Persönlichkeitsrechte der Mitarbeitenden und insbesondere diejenigen des Betroffenen zu wahren.
Es war und ist Aufgabe der Gemeinde, in Absprache mit den ermittelnden Behörden transparent zu informieren und die Verantwortlichen waren angehalten, umgehend zu agieren. Dies ist der Tragweite der finanziellen Unregelmässigkeiten, aber auch der Stellung des dafür verantwortlichen Mitarbeiters geschuldet.
Die Gemeindeverwaltung Triesen stellt sich den Ereignissen mit Ernsthaftigkeit, mit menschlicher Betroffenheit und mit professioneller, pietätvoller Haltung. Sie wird ihre Aufgaben weiterhin verantwortungsvoll, transparent und im Dienst der Bevölkerung erfüllen.»
Toter Mann am Rhein: «Derzeit gehen wir von einem Suizid aus»