Mitte Juni teilte das Bundesamt für Raumentwicklung mit, die Infrastrukturprojekte des 5. Agglomerationsprogramms nicht mitzufinanzieren. Der Vorstand des Vereins Agglomeration Werdenberg-Liechtenstein, dem sechs Werdenberger und alle elf Liechtensteiner Gemeinden, die Gemeinde Sargans sowie der Kanton St.Gallen und das Land Liechtenstein angehören, kündigte an, die Ausgangslage zu analysieren und die Umsetzungsmöglichkeiten zu prüfen.
Wie der Verein in einer Mitteilung schreibt, hat sich der Vorstand in den vergangenen Wochen an zahlreichen Sitzungen sowie im Rahmen eines Gesprächs mit Vertretern des Amts für Raumentwicklung vertieft mit dem enttäuschenden Entscheid auseinandergesetzt.
Die verschiedenen Rückmeldungen seien detailliert ausgewertet worden, heisst es weiter. Dies mit dem Ziel, die Gründe und Hintergründe für die Nichtberücksichtigung des Programms besser zu verstehen und die daraus gewonnenen Erkenntnisse für die weitere Entwicklung aktiv nutzen zu können.
Am Freitag fand nun die ausserordentliche Mitgliederversammlung statt. Die Erkenntnis: «Ziel aller Mitglieder ist es, zukünftig noch intensiver, enger und gezielter zusammenzuarbeiten sowie gemeinsam ein kohärentes und erfolgversprechendes Agglomerationsprogramm der 6. Generation auszuarbeiten.»
Analyse brachte wichtige Ansätze
Die kritische Analyse habe nämlich zahlreiche positive Ansatzpunkte hervorgebracht. Für ein zukünftiges Agglomerationsprogramm der 6. Generation, so die Erkenntnis, müssten aber unbedingt die Schwachstellenanalyse im Fuss- und Veloverkehr, die Detaillierung der ÖV-Strategie der gesamten Region sowie die Herleitung, Bedeutung und Priorisierung der verschiedenen Massnahmen verbessert werden.
Zudem sollen zentrale «Schlüsselmassnahmen» erarbeitet werden, die für die Region von Bedeutung sind, schreibt der Verein. Im Rahmen der getätigten Analyse hat der Vorstand einzelne Punkte ausgemacht, die es in den nächsten Jahren fokussierter zu berücksichtigen gilt.
So sollen klarere Zuständigkeiten, eine bessere Qualitätssicherung, ein angepasstes Risikomanagement sichergestellt sowie genügend Ressourcen bereitgestellt werden.
«Für die Zukunft wird eine engere Abstimmung mit dem Amt für Raumentwicklung in Bern angestrebt, damit die spezielle Konstellation sowie die Herausforderungen im Raum aufgezeigt werden können», heisst es in der Mitteilung. Die gewonnenen Erkenntnisse bildeten fortan eine wertvolle Grundlage für die weitere Arbeit zugunsten eines Agglomerationsprogramms der 6. Generation.
Programm wichtig für gemeinsame Entwicklung
Die Mitglieder hätten an der ausserordentlichen Mitgliederversammlung betont, dass die Agglomeration Werdenberg–Liechtenstein, unabhängig von der Entscheidung des Bundes, weitergeführt werden muss. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit habe sich über viele Jahre hinweg als wichtiges und wertvolles Instrument einer koordinierten Entwicklung des grenzüberschreitenden Raums bewährt.
Sie ermögliche den regelmässigen Austausch zwischen den beteiligten Gemeinden, dem Kanton St.Gallen und dem Fürstentum Liechtenstein und schafft die nötigen Grundlagen, um die wachsenden Herausforderungen in den Bereichen Siedlung, Verkehr und Landschaft gemeinsam, ganzheitlich und zukunftsorientiert angehen zu können. «Dieser zukunftsorientierte Weg soll unbedingt weitergegangen werden», schreibt der Verein abschliessend.
Über das Programm
Das Agglomerationsprogramm ist ein zentrales Instrument zur koordinierten Weiterentwicklung von Siedlung, Verkehr und Landschaft im grenzüberschreitenden Raum Werdenberg–Liechtenstein. Es bildet die Grundlage für die Planung und Umsetzung wichtiger Infrastrukturprojekte und ermöglicht bei positiver Bewertung eine finanzielle Beteiligung des Bundes an bedeutenden Verkehrsinfrastrukturen.
Agglomerationsprogramm: Mitglieder wollen noch enger zusammenarbeiten