Unter den zahlreichen Vorlagen, über die wir am 8. März zu befinden haben, befindet sich auch die knapp zwei Kilometer lange Autobahnausfahrt ins Zentrum von Rorschach. Ich bin im davon betroffenen Quartier aufgewachsen und kenne die damaligen Strassen- und Verkehrsverhältnisse; die Entwicklung von Rorschach und Rorschacherberg verfolge ich immer noch sehr genau.
Wenn ich nun die Vorlage studiere, bin ich hell entsetzt über das in meinen Augen völlig absurde Projekt: Der Verkehr wird praktisch ins Zentrum der zweitgrössten Agglomeration des Kantons mit mehr als 30’000 Einwohnern geführt! Tunnel und Zufahrt bilden gleichsam einen Trichter: Darauf gibt es für den Verkehrsstrom weder Quartier- und Ortsstrassen mit genügenden Aufnahmekapazitäten und Parkplätzen. Das Zentrum von Rorschach ist bekanntlich sehr eng überbaut und mit Barrieren «ausgezeichnet»; die Stadt leidet an übermässigem Durchgangsverkehr entlang des Sees.
Unschwer ist vorauszusehen, dass die neue, angeblich attraktive Zufahrt noch mehr Verstopfung erzeugen wird. Die 330 Millionen Erstellungskosten könnten bei Gott intelligenter und umweltgerechter eingesetzt werden. Rorschach ist bereits jetzt mit dem neuen Stadtbahnhof und den Buslinien aus der Region wie auch nach St.Gallen oder nach Osten ausserordentlich gut mit dem öffentlichen Verkehr verbunden. Dazu kommt, dass beim voll ausgebauten Anschluss im Witenwald ein immer noch attraktives Naherholungsgebiet samt Rastplatz für die Autobahn endgültig zerstört wird: Auch hier überrollen die Autos alles. Daher ist mir klar: Nein zu diesem kurzsichtigen, unsinnigen und überteuerten Autobahn-Projekt.
Otto Ackermann, Profasonweg 7, 9476 Fontnas
Auf der Autobahn ins Stadtzentrum?