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Bei Anruf Betrug: Polizei nimmt vier Personen fest

Verhinderte Geldübergaben, vier Festnahmen und eine Viertelmillion Franken Deliktsgut: Die Betrüger gerieten dieses Mal an aufmerksame Personen, die sich mit der Polizei rechtzeitig in Verbindung setzten.

Von W&O-Redaktion
aktualisiert vor 42 Minuten

In den ersten zwei Septemberwochen hat die Kantonspolizei St.Gallen vier Personen festgenommen, welche im Zusammenhang mit Telefonbetrugsfällen stehen.

In Wattwil wurden zwei Geldübergaben verhindert und drei Personen festgenommen. In Wil übergab ein Geschädigter der Täterschaft eine Viertelmillion Franken, bevor bei einer erneuten Geldübergabe eine Person festgenommen werden konnte.

Viertelmillion Franken an Täterschaft übergeben – Festnahme

Am 3. September meldete sich ein 85-jähriger Mann bei einer Polizeistation und gab an, vermutlich Opfer eines Betrugs geworden zu sein. Er sei im August von einer unbekannten Täterschaft telefonisch kontaktiert worden. Gemäss bisherigen Erkenntnissen gaben sich die Anrufenden als Mitarbeitende einer Bank aus. Sie behaupteten, das Geld des 85-Jährigen sei nicht mehr sicher, setzten ihn unter Druck und brachten ihn dazu, in verschiedenen Tranchen grössere Bargeldbeträge bei der Bank zu beziehen. Das Bargeld hat der 85-Jährige danach an verschiedenen Orten deponiert, wo es von der unbekannten Täterschaft abgeholt wurde.

Nach Eingang der Meldung nahm die Kantonspolizei St.Gallen umgehend die Ermittlungen auf. Während der laufenden Ermittlungen kontaktierte die unbekannte Täterschaft den 85-Jährigen erneut und versuchte, mit der gleichen Vorgehensweise an weiteres Bargeld zu gelangen. Am Donnerstag, 10. September, gelang es der Kantonspolizei St.Gallen anlässlich einer erneuten Bargeldabholung in Wil, einen 21-jährigen Ukrainer festzunehmen. Er wird beschuldigt, als Geldabholer mit dem Telefonbetrug in Verbindung zu stehen.

Zwei Geldübergaben verhindert

Am 10. September erhielt die Kantonspolizei St.Gallen einen Hinweis, wonach es am Abend zu einer Geldübergabe anlässlich eines Telefonbetrugs komme. Abklärungen ergaben, dass eine 81-jährige Frau in telefonischem Kontakt mit der Täterschaft stand und 10'000 Franken übergeben sollte. Die Täterschaft gaukelte der Geschädigten bereits am Vortag diverse falsche Tatsachen vor, unter anderem, dass sie Opfer eines Betrugs geworden sei und Falschgeld besitze. Dieses Falschgeld müsse nun überprüft werden. Anlässlich der Geldübergabe an die Täterschaft konnte die Kantonspolizei St.Gallen zwei Franzosen im Alter von 22 und 23 Jahren festnehmen.

Telefonbetrug – Ratgeber der Kantonspolizei St.Gallen

Bei Telefonbetrügen geben sich Betrügerinnen und Betrüger unter anderem als Mitarbeitende von Banken, der Polizei, Staatsanwaltschaften oder anderen Behörden aus. Sie versuchen, die angerufenen Personen unter Druck zu setzen und dazu zu bringen, Geld oder andere Vermögenswerte zu übergeben. Häufig wird zudem verlangt, dass mit niemandem über den Anruf oder die Forderungen gesprochen wird.

Mehr dazu im Ratgeber: Kapo-Ratgeber: Schockanrufe | sg.ch

 

Am 14. September meldete eine 55-jährige Frau einen verdächtigen Anruf. Sie sollte auf Anweisung eines angeblichen Sicherheitsdienstes einer Bank 20'000 Franken Bargeld abheben und dem Sicherheitsdienst übergeben. Auch anlässlich dieser Geldübergabe konnte die Kantonspolizei St.Gallen eine Person festnehmen. Es handelt sich um einen 20-jährigen Ukrainer.

Unter der Leitung der Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen tätigt die Kantonspolizei St.Gallen die weiteren Ermittlungen. Dabei wird unter anderem die Rolle der Festgenommenen geklärt, ob sie mit weiteren Delikten in Verbindung stehen und ob weitere Personen in den Betrugsfall involviert sind.

Hohe Deliktssumme allein seit Anfang August

Die Kantonspolizei St.Gallen stellt jüngst wieder eine Zunahme von Telefonbetrügen fest, bei denen es zu Geldübergaben kam. Allein seit Anfang August gingen Anzeigen in neun vollendeten Fällen ein. Die Deliktsumme dieser Fälle wird nach ersten Tatbestandsaufnahmen auf rund 750’000 Franken geschätzt.

Auch nach einer Übergabe: Unbedingt melden

Wer von einem solchen Betrug betroffen ist oder bereits Geld oder Wertgegenstände übergeben hat, soll sich so rasch wie möglich bei der Polizei melden. Auch nach einer erfolgten Übergabe kann eine Meldung wichtige Ermittlungsansätze liefern. Besteht weiterhin Kontakt zur Täterschaft, soll umgehend die Notrufnummer 117 gewählt werden.