Mit neuen Bubentrickli versuchen unsere Parlamente von Kanton bis Bund, die Stimmbürger noch für ein Nein zur Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» zu bewegen.
Ist das noch Demokratie, wenn die steuerpflichtigen Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, gewissermassen mit dem Revolver an der Stirn, von Bundesbern mit gebetsmühlenartigen Drohungen zu ihren diesbezüglichen Fehlleistungen der letzten Jahre auf Stimmenfang getrimmt werden?
Die Argumente: Fachkräftemangel, Wohlstand, Arbeitsplätze etc. seien gefährdet! Dies sollte man auch mal aus einer anderen Optik sehen. Zum Beispiel beim Fachkräftemangel wird unsere weltbeste Berufsausbildung von der akademischen Ausbildung verdrängt, und die Hörsäle sind überfüllt. Nach Abschluss möchten die Damen und Herren einen guten Job beim Staat, und darum fehlen überall bei den KMUs und in der Industrie die Fachkräfte. Den Fachkräftemangel kann man mit immer mehr Zuwanderung nicht lösen. Da sind die Motivation zum Job und das Lohnsystem gefragt. Ja, wir haben zu wenig Gescheite, aber zu viele Studierte.
Beim Wohlstand haben wir den Zenit erreicht. Mit unserem Tun «Littering bis zu Elektronikschrottabfallbergen» steuern wir hin zu einer verwahrlosten Wohlstandsgesellschaft. Genug ist genug.
Man muss ja für die SVP nicht viel am Hut haben, aber zu diesem Thema «Keine 10-Millionen-Schweiz» hat sie recht. Der Bundesrat, die Regierungen und die Parlamente müssen endlich gezwungen werden, etwas zu tun. Diese Fehlentwicklung muss korrigiert werden, damit dieser Problematik endlich Gehör verschafft wird.
Wir können den nächsten Generationen nicht immer mehr Steuergelder aus den Taschen holen. Ein gutes Beispiel hierfür war die Abstimmung vor genau elf Jahren. Da stimmten wir am 14. Juni 2015 über die Erbschaftssteuer ab.
Darum empfehle ich, am 14. Juni ein überzeugendes Ja in die Urne zu legen.
Arnold Keller, Schlossfeldstrasse 10, 9465 Salez
Bubentrickli und Angstmacherei